# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 01 06_S82 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) der, die Sache von einer Committee unterſuchen und entſcheiden zu laſſen. So hatte ers ja ſel— ber ein Hehl, daß er bei ſeinem Gegenpart hart darauf gedrungen, derſelbe möge doch ungeſäumt ſein Committeeglied herbeibringen. Und als ihm ſelhes längſt bekannt war, hat er es nicht nur nicht als untüchtig zurückgewieſen, ſondern ausgeſprochner Maßen Schritte gethan, ſeinen Theil auch herbeizubringen. Aber freilich, er „iſt ja mit einem Mal überzeugt worden, daß mit der Miſſouri-Synode zuſammen über Angele⸗ genheiten, das Amt der Schlüſſel betreffend, nicht zu verhandeln ſei. Gerade als ob er dieſe Eyonede erſt ſeit geſtern kenne und nicht ſchon Nhre lang den „Lutheraner“ leſe, und ihre Verfafßung und ihre Synodalverhandlungen nicht ſämmtlich in den Händen habe, ja als ob Ar nie etwas von ihrer Praxis erfahren hätte und daͤher nicht wiſſen könne, daß ſie ſich nicht nur lauterlich zur lutheriſchen Lehre bekennt, ſondern auch treulich darnach handelt.“ paſt. Winkler möge doch wohl zuſehen, in welches Licht er ſich dadurch bei allen ehrlichen Chriſten⸗ menſchen ſtellt, daß er ſich durch den ſchmählichen und ſchmähenden zweiten Synodalbrief des Herrn Paſt. Grabau ſo plötzlich und mit einem Male überzeugen läßt, die Miſſouri-Synode ſei falſch. Nroch in der That jener Synodalbrief eine ſelcze Ausgeburt eines eifernden und geifernden Pattheihaſſes, daß er jedem Einfältigen nur gegen den Verfaſſer ſelbſt Vorurtheil erwecken nuß. Und daß Winkler vollends ſagen kann, das Verfahren des Paſt. Crämer habe ihm kein Vertranen erweckt, die Miſſouri-Synode werde in dieſer Sache ein ehrliches, chriſtliches Kirchen— gericht ſein, von der Frage der Rechtgläubigkeit und Bekenntnißtreue ganz abgeſehen, zeigt das nicht deutlich, daß er aus dem beſagten Syno— nalbrief nicht ſowohl heilſame Lehre als heilloſes Schmähen gelernt hat? Kannte doch Paſt. Wink⸗ ler den Unterzeichneten ſchon von länger her und bat ihn auch in dieſer Sache nur alſo kennen ge⸗ lernt, daß er wider ſein beſſer Wiſſen und Ge⸗ piſſen handelt, wenn er deſſen Ehrlichkeit und driſtlichen Sinn zu bezweifeln im Stande iſt. Wenn er aber weiter berichtet, daß er ſich noch' in Buffalo an die dortige Synode angeſchloſſen— und daß ſich auch ſeine Gemeinde, nur eben unter vielem Zank der Rottenführer, für die— Buffaloer Synode entſchieden habe, daß keine einzige Stimme für die Miſſouri-Synode ab⸗ gezeben worden ſei, ja daß ſelbſt aus der Zahl der ſieben Kläger für die Synode von Buffalo heſtimmt worden: ſo diene darauf einiges aus Briefen zur Autwort, die der Unterzeichnete um ene Zeit von den Beſchwerdeführenden erhalten hat. In einem derſelben heißt es unter andeerm: „Paſt. Winkler war in Buffalo und wie man wernimmt, will er ſich an jene Synode anſchlie⸗ „en und iſt alldort am 26. vorigen Monats um heiligen Abendmahl gegangen. Schon „am 2. verlangten wir zu wiſſen, ob ſein Theil „er Committee auf den 11. und 13. erſcheine. r gab ausweichenden Beſcheid dahin, daß er erſt eine Vorſteher⸗ Verſammlung halten werde und zwar nach dem Abendgottesdienſt; geſtern Herr, geſetzt ſein würden. „Abends möchten wir uns einfinden, was auch „geſchah. Er erzählte ſodann, daß er in Buffalo „geweſen und ſich auch an jene Synode anzu— „ſchließen gedenke. Er könne die Sache von kei— „ner Räuber-, Rotten- und Seetirer-Synode „ſchlichten laſſen.“ — In einem andern, etwas ſpätern heißt es: „Herr Paſt. Winkler zeigt täglich mehr, daß „er die Gemeinde möchte durch Hintergehung, „wie es ſich letzten Sonntag deutlich ausgewie⸗ „ſen hat, liſtiger Weiſe ohne ihr Wiſſen in Paſt. „Grabaus Hände verkaufen.“ Darnach iſt es klar, daß dazumal der Anſchluß der Gemeinde an die Synode von Buffalo noch nicht erfolgt war. Und geſetzt, es wäre der Fall geweſen, was hat dies mit der vorliegenden Sache zu thun, die längſt im Gange war und nach Winklers eignen Schritten, nach ſeiner eig— nen Conſtitution nur auf dem bereits angehobe— nen Weg hinausgeführt und zu Ende gebracht werden konnte, wie denn das jetzt um ſo mehr der W Vunſch der Beſchwerdeführenden ſein mußte, als das ganze Verfahren immer deutlicher an den Tag legte, daß er die Sache nicht vor ein unpartheiiſches Kirchengericht kommen laſſen wolle. Bemerkens werth iſt übrigens auch noch die üble Verdrehung des Thatbeſtandes, daß er ſagt: „der Mann, der die Sache zuerſt an den Herrn Präſes Walther in St. Louis gebracht habe, hätte ſie, wie ſchon vorher, ſo jetzt wieder, da beſſere Erkenntniß ihn zur Umkehr bewogen, der Synode von Buffalo in die Hände gelegt.“ Dies ſollte nämlich der Wahrheit gemäß alſo' heißen: der Mann, der die nächſteVeranlaſſung zu der Beſchwerde gab, der aber nie zur Zahl der Beſchwerdeführenden gehört, nie die Sache an den Herrn Praͤſes Walther gebracht hat, ging nach Buffalo zurück, ſchloß ſich dort wieder an Paſt. Grabau's Gemeinde an, und legte ſeine perſönliche Sache in Paſt. Grabau's Hände. Die Berichterſtattung fährt mit einem Briefe Winklers an den Unterzeichneten fort, um dann mit meiſterhaftervügenkunſt den traurigen Schluß des Ganzen ſo verdreht und verkehrt darzuſtel⸗ len, daß das, was leider Paſt. Winklers un— lautern und unehrlichen Sinn thatſächlich ans Licht gebracht hat, nur dazu dienen muß, den Unterzeichneten und die Pynode, der er angehört, unge rechter Weiſe mit tiefer Schmach zu beladen und dabei in frechem Uebermuth ſogar Gott zum Nächer anzurufen. Gott läßt ſich nicht ſpotten. ER wird einſt mit ihnen reden in ſeinem Zorn und mit ſeinem Grimm wird er ſie ſchrecken. — Wohl iſts wahr, daß Winkler dem Unterzeich— neten geſchrieben hat, ſein weiteres Kommen würde vergeblich ſein; aber eben ſo wahr iſt's und Winklern kund und bezeuget, daß der Be⸗ ſchwerdeführende Theil jene beiden vorerwähn⸗ ten, dringenden Briefe an ihn geſchrieben und ihn inſtändig gebeten hat, ſie doch in gegenwär— tiger, großer Noth nicht zu verlaſſen, ſondern eilig nach Detroit zu kommen, da ſie ſonſt hilf— und rathlos der Liſt und Bosheit Winklers aus⸗ Da nun Winkler in ſei⸗ nem Briefe auch nicht einen einzigen Grund an⸗ Nun, man irre ſich nicht, führt, warum jetzt keine Commitiee zu Stande kommen könne, der Unterzeichnete aber nicht nur auf ordentlichem Weg vom Präſes ſeiner Synode den Leuten als Committeeglied zugewieſen, ſon⸗ dern auch von Winkler bisher dafür anerkannt worden war: was konnte er anderes thun, als unverzüglich nach Detroit reiſen, theils um der Pflicht, die ihm gegen die Leute oblag, ein Ge⸗ nüge zu thun, theils um auf mündlichem Weg am Beſten zu erfahren, warum Winkler jetzt auf einmal abſage, und von dem Zuſtandekommen einer Committee nichts mehr wiſſen wolle. Daß er aber unter ſo bewandten Umſtänden eigens drei der Beſchwerdeführenden untt zu Winkler genommen hat, iſt allein deswegen geſchehen, um Herrn Paſt. Winkler durch die betreffenden Perſonen ſelber bezeugen zu laſſen, daß er nicht ungerufen, ſondern vielmehr auf dringendes Bit— ten ſeines Theils gekommen ſei. Und es fehlt ſo viel, daß der Unterzeichnete nur barſch und höhniſch geſagt hätte: „Sie haben geſchrieben, ich ſollte nicht kommen, aber dieſe Leute haben mir gefchrieben, ich ſollte kommen, daß ihn viel⸗ mehr Winkler nicht weiter hat zum Wort kom— men laſſen, ſondern hat ihn alsbald mit dem Beſcheid zurückgewieſen, er habe hier nichts mehr mit ihm zu verhandeln, denn ſein Theil ſeien die Buffaloer und die träten mit uns in keine Com⸗ mittee zuſammen, weil wir falſch in der Lehre wären; er könne nur noch vor dem Vorſtand mit ihm verhandeln. Und da der Unterzeichnete hier— auf verlangte, er ſolle ihm doch erſt beweiſen, worin wir falſch lehreten, ging er auch darauf nicht ein, ſondern wies ihn ſtracks zurück und ſagte nur, er werde ihm zu wiſſen thun, wenn ſich der Vorſtand verſammle. Das geſchah denn auch mit kurzen Worten und war da freilich der drei Männer keine Erwähnung gethan. Aber ſie hatten ja mit angehört, wie der Unterzeichnete falſcher Lehre bezüchtigt worden. So mußten ſie nothwendiger Weiſe zugegen ſein, wenn ihm, wie er zu glauben berechtigt war, vor dem Vor⸗ ſtand der Beweis davon geliefert, oder im Fall dies nicht möglich war, die ungegründeie Be⸗ ſchuldigung zurückgenommen wurde. Was Wunder alſo, wenn er dieſe drei Männer mit⸗ brachte, da es ja gar nicht einmal eines chriſt— lichen Sinnes, ſondern nur weltlicher Ehrbar⸗ keit bedarf, um einſehen zu können, daß eine vor Zeugen gemachte Beſchuldigung auch ver dieſen Zeugen erwieſen werden müſſe. Was aber den vierten Mann betrifft, ſo war derſelbe als ein eben von Deutſchland angekommener Miſſions⸗ zögling bereits von Winller freundlich aufgenom⸗ men worden und hatte ja Zutritt in ſeinem Hauſe. Wie gut war es aber, daß unter den obwalten⸗ den Umſtänden dieſer wenigſtens unbeſtrintener Maßen unpartheiiſche Zeuge mit zugegen war ſintemal Winkler frech genug iſt, nicht nur den wahren Bericht des Unterzeichneten für eniſtelli zu erklären, ſondern ſelbſt in einer Weiſe dar⸗ über berichtet, die nicht allein chriſtlicher Wahr— haftigkeit, ſondern auch einer nur bürgerlichen Ehrbarkeit Hohn ſpricht. Doch davon im Fol⸗ genden das Nähere. (Schluß felgt.)