# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 01 06_S77 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Taufe aber iſt das fürnehmſte und erſte Sacra⸗ ment, ohn welche die andern alle nichts ſind: wie ſie bekennen müſſen. Darum können uns die Papiſten nicht mit Wahrheit eine andere oder neue Kirche ſchelten oder ketzern, weil wir der alten Taufe Kinder ſind, ſowohl als die Apo⸗ ſtel ſeleft und die ganze Chriſtenheit, Epheſ. 4, 5. Zum andern, wird das niemand leugnen, daß wir das heilige Sakrament des Altars haben, gleich und eben, wie es Chriſtus ſelbſt eingeſetzt, und die Apoſtel hernach und die ganze Chriſten⸗ heit gebraucht haben; und eſſen und trinken alſo mit der alten und ganzen Chriſtenheit von einer— lei Tiſch, und empfahen mit ihnen daſſelbe ei⸗ nerlei alte Sacrament, und haben darin nichts neues noch anders gemacht: derohalben wir mit ihnen einerlei Kirche; oder, wie St. Paulus 1 Cor. 12, 13. „einerlei Leib, einerlei Brod ſind, die wir von einerlei Brod eſſen, und einer⸗ lei Kelch trinken. Darum uns die Papiſten nicht können Ketzer, oder neue Kirchen ſchelten, ſie müſſen zuvor Chriſtum, die Apoſtel, und die ganze Chriſtenheit Ketzer ſchelten; wie ſie denn auch in der Wahrheit thun, denn wir ſind mit der alten Kirchen einerlei Kirchen, in einerlei Sacrament. Zum dritten, kann das niemand leugnen, daß wir die rechten alten Schlüſſel haben, und ſie nicht anders brauchen, denn zu binden und zu löſen die Sünde, ſo wider GOttes Gebot! ge⸗ ſchehen, wie ſie Chriſtus eingeſctzt,. Matth. 16, 19. Joh. 20, 23. die Apoſtel und ganze Chri⸗ ſtenheit gebraucht hat, bis daher; haben alſo einerlei Schlüſſol und Brauch mit der alten Kir⸗ ſchen: darum wir eben dieſelbe alte Kirche oder je drinnen ſind. in ihre weltliche Herrſchaften; ſondern allein die Sünder aus und in das Himmelreich: gleichwie die alte Kirche gethan hat, aus Befehl des HEtrn. Daß uns die Papiſten abermal fälſchlich anlü⸗ gen, ja die alte Kirchen, Apoſteln und Chriſtum ſelbſt in uns ketzern und läſternn. Zum vierten, kann das niemand leugnen daß wir das Predigtamt und GOttes Wort rein und reichlich haben, fleißig lehren und treiben, ohne allen Zuſatz neuer, eigener, menſchlicher Pehre, gleichwie es Chriſtus befohlen, die Apo⸗ ſtel und ganze Chriſtenheit gethan. Wir erdich⸗ len nichts neues, ſondern halten unnd bleiben. bei dem alten GOttes Wort, wie es die alte Kir⸗ che gehabt: darum ſind wir mit derſelben die rechte alte Kirche, als einerlei Kirche, die einer⸗ lei GOttes Wort lehret und gläubet. Darum läſtern die Papiſten abermal Chriſtum ſelbſt, die Apoſtel und ganze Chriſtenheit, wenn ſie uns neue und Ketzer ſchelten. Denn ſie finden nichts bei uns, denn allein das Alte der alten Kirchen, daß wir derſelben gleich, und mit ihr einerlei Kirchen ſind. Zum fünften, kann das niemand leugnen, raß wir der Apoſtel Symbolum, den alten Glau⸗ ben der alten Kirchen, aller Ding gleich mit ihr halten, gläuben, ſingen, bekennen, nichts neues drinnen machen, noch zuſetzen, damit wir in die C * — Denn wir machen keine neue Schlüſſel, machen nicht neue Geſetze, ſchließen damit auch nicht Könige und Herren aus und und herzlich für ſie gebetet. AR.« ⸗ — 7⁴4—— alte Kirche gehören und einerlei mit ihr ſind. Darum läßt uns diß Stück auch nicht von den Papiſten mit Wahrheit geſcholten werdeu, als Ketzer, oder neue Kirche: denn wer mit der alten Kirchen gleich glaubet und gleich hält, der iſt von der alten Kirchen. Zum ſechſten, kann das niemand leugnen, daß wir mit der alten Kirchen ein gleich Gebet, daſſelbe Vater Unſer haben, kein nenes noch an⸗ ders erdichten, dieſelben Pſalmen ſingen, mit einträchtigem Munde und Herzen GOtt loben und danken, gleichwie es Chriſtus gelehret, die Apoſtel und die alte Kirche ſelbſt gebrauchet, und uns dem Erempel nach zu thun befohlen. Und die Papiſten hievor abermal uns nicht können ketzern, noch nene Kirche ſchelten, ſie müſſen Chriſtum zuvor ſelbſt ſchelten, ſammt ſeiner lie⸗ ben alten Kirchen ꝛc. Zum ſiebenten, kann niemand leugnen, daß wir mit der alten Kirchen lehren und halten, man ſolle die weltliche Herrſchaft ehren, und nicht verfluchen, noch zwingen dem Papſt die Füße zu küſſen „Halthezrhaben wir auch nicht aufs neue erdichtet, ſondern St. Petrus-2 Epiſt. 2, 10. verflucht die, ſo ſolches neu erfinden und künftig thun würden; und St. Paulus Nöm. 13, 1. u. ff. ftehet bei uns, und die alte und ganze Chriſtenheit, daß wir hierin auch mnicht neue Dinge ſein oder heißen mögen, wie die Papiſten Gott ſelbſt in uns läſtern; ſondern ſind und gehören in die alte, heilige, apoſtoliſche Kirche, als die rechten Kinder und Glieder der⸗ ſelben. Denn wir unſerer Oberkeit, es ſei Kai⸗ ſer oder Fürſt, allezeit auf's Treulichſte gehor— ſam zu ſein gelehret, ſelbſt auch alſo gethan, ½ Zum achten, kann niemand leugnen, daß— wir den Eheſtand loben und preiſen, als ein göttlich, geſegnet und wohlgefällig Geſchöpffe und Ordnung, zur Leibesfrucht und wider die fleiſchliche Unzucht. Und haben den nicht auf's Neue von uns erdichtet, auch nicht den Brauch deſſelben aus uns auf's Neuterdacht, vielweni— ger als neue Lehrer verboten; ſondern, gleichwie den GOtt von Anbeginn geſchaffen, Chrtſtus beſtätiget, die Apoſtel und alte Kirche geehret und gelehret haben: in derſelben alten Regel und GOttes Ordnung Nnd wir blieben, und damit' der alten Kirchen ähnlich, ja eben derſel⸗ ben rechte artige Glieder ſind. Daß man hie ſiehet, wie die Papiſten abermal fälſchlich uns Neuerung auflegen. Zum neunten, kann niemand leugnen, „daß wir eben 3 90 5 Leiven (wie St. Petrus ſagt 1 Epiſt. 5, 9.) das nuſere Brüder in der Welt, haben;“ da verfolget man uns an allen Orten, da erwürget, ertränket, erhenket und legt uns alle Plagen an, um des Worts willen, und ge— bet uns gleich wie der alten Kirchen, und ſind in dem derſelben über die Maaße gleich, daß wir wolmögen ſagen: Wir ſind die alte rechte Kir— che, oder je ihre Mitgenoſſen und gleiche Geſel⸗ len im Leiden; denn wir- ſolches nicht erdichten aufs neue, ſondern fühlens wohl. Ja, wir ſind (wie viefelbe alte Kirche auch,) dem HErrn Chriſto ſelbſt am Creuze gleich. Da ſtebet vor ben: — — Rm Creuz Hannas und Caiphas, ſammt den Prieſtern, und läſtern den HErrn dazu, über daß ſie ihn⸗gerreuziget haben; gleichwie uns der Papſt, Cardinäle und Monche verurtheilt, verdammt, ermordet und unſer Blut vergoſſen haben, und läſtern uns noch dazu. Da ſiehen die Kriegsleute, das iſt, die weltlichen Herrſchaft zum Theil, und läſtern uns auch; dazu auch der Schalk, der linke Schächer, Heinz Wolfen⸗ büttel, ſammt den Seinen, den GOtt ſchon ver⸗ urtheilet, in Banden zur Höllen gehenkt hat, muß ſein Läſtern auch dazu thun, daß diß Stück, als ein alt Zeichen der alten Kirchen, reichlih un uns geſehen wird. Zum zehenten, kann niemand leugnen, daß wir nicht wiederum auch Blut vergießen, mor⸗ den, henken und uns rächen, wie wir oft wol hätten thun, und noch könnten; ſondern wit Chriſtus, die Apoſtel und alte Kirche gethan, dulden wir, vermahnen und bitten für ſie, auch öffentlich in der Kirchen, in den Litaneien und Predigten, aller Dinge, wie Chriſtus, unſer HErr, gethan und gelehret, die alte Kirche auch 4 alſo; daß wir hierinn auch alle des alten We⸗ ſens der alten Kirchen uns halten. Weil nun die Papiſten wiſſen, daß wir in allen ſolchen Stücken, und was der mehr ſind. der alten Kirchen gleich ſind, und mit Wahrheit die alte Kirche heißen mögen; (denn ſolche Stücke nicht neue ſind, noch von uns erfunden;) iſt9. Wunder, warum ſie uns ſo unverſchämt dürfen belügen und verdammen, als die von der Kirche gefallen, und eine neue Kirche angerichtet ha ſo ſie doch nichts neues an uns finden mögen, das nicht in der alten und rechten Kit⸗ chen, zu der Apoſtel⸗Zeiten, gehalten ſei. Daß dich fürwahr achte, diß ſei die Zeit, davon Dan. 7, 9. ſagt: Der Alte, Antiquus dierum, ſattt! ſich, nachdem das kleine Horn ausgeläſtert hal— te, und das Gericht gehalten. Denn die vorige alte Kirche leuchtet wieder hervor, (wie die Sonne nach den Wolken, hinter welchen doch dieſelbe Sonne war, aber nicht helle,) zunm das Läſterhorn will untergehen und alles ein Endt werden, wie daſelbſt ſtehet, und das Werk ſich zeiget; davon hier nicht Zeit zu handeln. Aber jemand möchte ſagen: Es fehlet. noch an einem, nämlich ain Faſten: denn ihr Ketzer faſtet nicht (ſprechen ſie). Ach HErr GoOti! iſt ein Stück an uns von der alien Kirchen, ſo iſt's leider, die Faſten. Iſt ein Stück an den Papiſten von der neuen Kirchen, ſo iſt's, daß ſie nicht faſten und im Sauſe leben, auch auf ö den Faſttagen, ehe denn auf den Feiertagen. Ja, wir faſten nicht alleiu, ſondern leiden (mi St. Paulo 1 Cor. 4, 11.) Hunger; welches wir wol an unſern armen Pfarrherren, ihren Weiblein und Kindlein täglich ſehen, und an⸗ dern viel Armen, denen der Hunger aus den Augen ſiehet, kaum das Brod und Waſſer ha⸗ ben, und dazu fingernackend gehen, kein eigens haben. Der Bauer und Bürger gibt nicht, der Adel nimmt, daß unſer wenig find, die etwas haben, und doch nicht allen helfen können. Da ſollten Stift und Klöſter zu dienen; ſo geizen die andern; muß alſo Lazarus Hungers ſter⸗