# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 11 11_S52 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) —— —9—9§———— —— deransgegeben von der Deatſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. Redigirt von C. F. W. Walther. 7 40 — ———4 — ——— πκ—— ———— ⏑— —— „„Gottes Wort und Laurhers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.. Jahrg. 8. St. Louis, Mo., den 25. November 1851. Betingungen: xhlen und das Peſtgeld zu tragen haben. — lheugniſſe römiſch⸗katholiſchet Schriftſteller Fun dem durch das Papſtthum verderbten Zuſtande der Kirche vor dem Anbruch der geſegneten Reformation. Zweierlei Urſach iſt es, die den „Lutheraner“ bewegt, dieſe Zengniſſe zu ſammeln und ſeinen keſern vor Augen zu ſtellen; einmal nämlich der Roßt Eifer und die ernſtlichen Anſtrengungen des Papſtthums und vorzüglich ſeiner vornehm⸗ ſen Pfeiler und Stützen, Lobredner und Hecolde, der Jeſuiten, die in jetziger Zeit wieder Land und Meer umziehen und all ihre Kraft daran ſtzen, um zumal in Deutſchland und hier zu ande, die alten Papiſten zu bewahren und dzus andern Kirchen oder dem kirchloſen Hau⸗ en neue Papiſten anzuwerben. Denn dahin— alein zielen drüben und hier die ſogenannten W innern Miſſionen, die katholiſchen Vereine, die berrlichen Kathedralen mit ihren buntfarbigen Gottesdienſten und verfänglichen Lockpredigten in. den großen Städten, die Erziehungs- und Lehr⸗ unſtalten, die Waiſenhäuſer und die Hospitäler ger barmherzigen Schweſtern, die prahleriſchen Anpreiſungen der äußerlichen Einheit der papi⸗ ſiſchen Kirche und das maͤrktſchreieriſche Aus⸗— poſaunen neugeworbener Papiſten in ihren Zeit⸗ ſhuften. Und was iſt es da Wunder, wenn manches Urchlos umherirrende Wild dieſen geiſtlichen Jä— gern ins Garn fällt, Aberglauben für Unglau⸗ Der 2u utberauer erſcheint ale zwei Wochen enmal für den jährlichen krirtienspreic ven Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗ In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verlauft. ben eintauſcht und mit dem Anziehen des Papſt⸗ thums auch wähnet, das Chriſtenthum angezo⸗ gen zu haben? Was iſt es Wunder, wenn dieſe und jene Seelen, die in allerlei Schwärmerkir⸗ chen ſich bereits umhergetrieben und abgemüdet, endlich, wie matte Fliegen, dieſer Spinne ins Netz gerathen? was iſt es Wunder, wenn z. B. in Deutſchland litterariſch angeſehene Männer aus der ſogenannten unirten oder evangeliſchen Kirche römiſch werden, da ſie zudem in dieſem. wackligen, zuſammengeleimten, glaubens⸗ und kirchenmengeriſchen Unding, das man Union zu nennen beliebt, unmöglich feſten Grund und Boden und geſunde Nahrung finden konnten, und von dem feſten und gewiſſen, hellen und klaren Worte Gottes über das wahre und eigent⸗ liche Weſen der einen heil. chriſtlichen oder katho⸗ liſchen Kirche innerlich nicht erleuchtet waren? as Wunder alſo, wenn alle dieſe Seelen, von den jeſuitiſchen Predigern und Schreibern betro⸗ gen und verführt, dieſe eine heil. chriſtliche Kirche in der römiſch-papiſtiſchen zu finden wähnten? wenn ſie dem ſteten Geſchrei dieſer, durch ſonder⸗ liche Bezauberung des Satans dem Papſte ver⸗ kauften Knechte glauben, die ohne Unterlaß aus⸗ rufen, mit dem Finger auf ihren allerheiligſten Vater und Herrn gen Rom weiſend: „Hie iſt des HErrn Tempel; hie iſt des HErrn Tempel!“ Aber wie nun? iſt nicht am Ende doch die römiſche Kirche jetzt anders und beſſer, als ſie vor dem Zeugniß Luthers wider ihr Verderben durch das Papſtthum und vor dem Beginn der * Nur die Brie fe, welche Mitkbetlungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen aber. welches Geſchäftliches. Beſtellungen, Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe Mr. F. W. Barthel, care of C. K. W. Walther, St.Louis, Mo., anher i0 ſenden. Reformation war? Nicht alſo; denn ob ſie gleich aus menſchlicher Klugheit grobe, früher allgemein herrſchende Mißbräuche und That⸗ lügen als z. B. den ſchändlichen Ablaßkram ab⸗ gethan hat, ſo hat ſie umgekehrt doch gerade durch die Beſchlüſſe des tridentiniſchen Concils, Angeſichts der hellen und leuchtenden Wahrheit des Evangelii, durch Luthers und ſeiner Freunde Dienſte wiederum an das Licht gebracht, und wider die klare Lehre des Wortes Gottes, ihre falſche durch den Betrug des Papſtthums mit menſchlichen Satzungen und Geboten erfüllte Lehre, die bis daher mehr in den Büchern der Kirchenlehrer und in den Schulen gelehrt und getrieben ward, kirchlich beſtätigt und feſtgeſetzt, alſo daß jedermann, der anders lehre, verflucht ſei. papiſtiſche Kirche nicht verſäumt, die Zeugen der evangeliſchen Wahrheit wider ihre Irrthümer oft haufenweiſe mit Feuer und Schwert hinwegzu⸗ tilgen oder einzeln und langſam unter grauſa⸗ men und unerhörten Martern in den Kerkern der Inquiſition zu Tode zu quälen und dergeſtalt ſich als eine liebende Mutter zu erzeigen, daß ſie ihre eigenen Kinder gefreſſen hat, und wohl eher die Hure iſt, die da trunken iſt vom Blute der Heiligen. 2 1 — 7 No. 7. Und zu gleicher Zeit hat dieſe heil. römiſch⸗ Deßhalb nun, weil die römiſch⸗ papiſtiſche Kirche innerlich eigentlich ſchlimmer geworden iſt, obwohl ſie jetzt ſich nach Hurenart gar ſo ſchön äußerlich putzet und ſchmücket und unkun— vige und unerfahrene Seelen an ſich locket —