# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 10 27_S42 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) tion an die Indianapolis Synode an, damit ſelbige mit dieſem, wie es ſchien, mit ihr auf einem und demſelben kirchlichen Grunde ſtehen⸗ den Körper ſich darüber berathe, ob nicht eine äußere Vereinigung zwiſchen beiden anzuſtreben ſei und wie dieſelbe zum Heil der Kirche herge— ſtelt werden könnte. Dieſe Nachricht war den Unterzeichneten ſehr willkommen, einmal darum, wiil durch eine Vereinigung mit dieſem Körper, der allein unter allen ſogenannten lutheriſchen Eynoden dieſes Landes entſchieden und lauter das lutheriſche Bekenntniß in Lehre und Praxis handhabt und dasſelbe gegen alle Anläufe des kügengeiſtes friſch und fröhlich vertheidigt, der Kirche nur größerer Segen erwachſen kann und jum Andern darum, weil, wenn beide von ein⸗ ander getrennt bleiben, leicht der Satan die eine beſchleichen und zum Eifer für Parthei entflam— men könnte, ſo daß alſo, anſtatt in Einem Geiſt dit verfallenen Mauern des lutheriſchen Zions zu bauen und überall, ſowohl bei Gründung 3bei Annahme und Bedienung der Gemein⸗ ez einträchtig, dem Bekenntniß gemäß zu han⸗ zeln, der Bekenntnißgrund getrübt und die Kir⸗ chenur zu Grunde gerichtet werden würde; zum krilten, weil eine ſolche Vereinigung nicht nur ewünſcht iſt zum Segen der Kirche, ſondern ſie auch geboten durch Gottes Wort. ſordert wahrlich dereinſt Rechenſchaft von ſeiner Kirche, wie ſie den klaren Befehlen: Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geiſt und dienet ein— ander, ein Jeglicher nach der Gabe, die er em⸗ pfangen hat, nachgekommen iſt. Die Unterzeichneten verkannten auch das gute Zutrauen nicht, was die M. Synode durch Ab⸗ ownung der Delegation an die Ind. Synode bewies, da ſie aus den oft vorgekommenen Ver— ſößen der letzteren gegen die geſunde confeſſionelle Praris wahrlich Grund genug hatte, die erklärte Rhtgläubigkeit derſelben in Zweifel zu ziehen und die Abordnung einer Delegation an dieſelbe anſteben zu laſſen. Wie iſt nun das Entgegenkammen der M. Eynode, was durch die Abordnung des Herrn prof. Crämer geſchah, von der Synode aufge— nommen worden? Man höre, und ſehe zugleich aus dem Nachfolgenden die klaren Gründe, die ins bewegen mußten, unſern Austritt aus der Eynode zu nehmen: 1. Anſtatt das gute Zutrauen, was die M. Synode gegen die J. Synode bewieſen, zu erwiedern, wurde von der Synode, als solcher, die Rechtgläubigkeit der M. Synode in Zweifel gezogen und darum auf eine Berathung über Bereinigung nicht einge⸗ gangen, ohne daß die meiſten Glieder, die ſolches Mißtrauen hatten, in öffentlicher Verſammlung ihr Bedenken gegen den ob⸗ genannten Delegaten freimüthig erhoben und von ihm Beſeitigung derſelben begehr— ten. neten 2. die Überzeugung, daß die Ind. Synode Kirche, vom heil. Predigtamte, von der Or⸗ dination und verwandten Artikeln, und auch Denn Gott 10. October 1851. Aus dieſem gewannen die Unterzeich⸗ gar nicht gewiß ſei in der Lehre von der — 39— durchaus keinen Ernſt beweiſe zur rechren Gewißheit darüber zu kommen. Denn wäre Letzteres der Fall, ſo hätte man ge⸗ wiß obengenannte Artikel einer beſonderen gründlichen Berathung unterzogen und würde gefunden haben, daß Gottes Wort und die ſymboliſchen Bücher unſerer Kirche, in ihrem einfachen Verſtande genommen, wie ſie lauten, klar und beſtimmt darüber lehren. So aber ſind die Zweifelnden in ihrer Ungewißheit geblieben und demnach auch außer Stande, ihren ihnen anver⸗ trauten Gemeinden gewiſſen Unterricht über dieſe höchſt wichtigen Artikel unſerer h. Lehre zu geben. „Endlich hat ſich uns namentlich auf der letzten Verſammlung die nicht minder ge— wiſſe Überzeugung aufgedrängt, daß die Ind. Synode keine hinlänglichen geiſtigen Gaben und Kräfte beſitze, um als bera— thender Körper den großen, ſchweren und verantwortungsvollen Dienſt auszurichten, den Gemeinde-Verband der Synode nach Gottes Wort und dem Bekenntniß der Kir⸗ che väterlich zu überwachen und zu leiten, at'ch den Kampf der lutheriſchen Kirche nach Anden wider die Papiſten, Secten und falſchen Lu.veraner kräftig mitzukämpfen und den mit br Labundenen Paſtoren und Gemeinden lt ſchedierigen Fällen gründlichen Rath zu ertheilen deßhalb ſind denn auch theils aus Unwiſſe.eit und Ungeſchick, theils aus Gleichgültigkeit manche Verſtöße gegen die geſunde kirchliche Praris von ihr geſchehen, und unſere Ge⸗ wiſſen — wir bezeugen es vor Gott — ſind deßhalb früher ſchon manchmal beunruhigt worden, ob die meiſten Glieder der Synode auch das Weſen des Lutherthums haben oder nicht viel mehr, als die übrigen öſtli⸗ chen ſogenannten lutheriſchen Synoden be⸗ ſitzen, die ſich mit dem bloßen Namen be⸗ gnügen. — Es thut uns weh, daß die Glieder der Ind. Synode, unter denen mehre Glieder ſind, mit welchen wir bisher perſönlich verbunden waren, ein ſolches Urtheil von uns hören müſſen. Wir können ihnen allen aber verſichern, daß keine Schmähſucht uns veranlaßt hat, Vorſtehendes zu ſchreiben, ſondern daß die Liebe zur Wahr⸗ heit die Urſache iſt, offen alſo unſern Austritt aus ihrem Verbande nud unſern Eintritt in die M. Synode zu begründen. Der treue Gott wolle aber der Ind. Synode ein reiches Maaß ſeines heil. Geiſtes geben, auf daß ſie heilſam erſchreckt werde, ſonderlich vor dem Thun ihrer letzten Berſammlung und auf⸗ richtig Buße thue. Amen. Cincinnati und Weißeichen, Ham. Co., den Th. Wichmann. G. Polack. Im Namen der ev. luth. Dreifaltigk.⸗Gemeinde in Cineinnati der Kirchenvorſtand: Rothkopf. Landwehr. Chr. Wichmann. Schack. Zahn. * Todesnachricht. Der Her⸗ Jeſus hat einen begabten und treuen Diener ſeines Wortes aus der ſchweren Arbeit zur ewigen Ruhe heimgeholt. Am 6. October d. J., gegen Abend, iſt der bisherige Paſter der evang. luth. Gemeinde zu Staunton, Macoupin Co., Ills., weiland Herr Johann Friedrich Reißner in den Herrn ſelig entſehlafen. Vierzehn Tage vorher, am 22. Sept., war ihm ſeine liebe Gattin, weil. Frau Anna Marparetha geb. Hörmann in die himmliſche Herrlichkeit vorangegangen. Beide waren nach einander von einem hitzigen Gallen⸗ fieber befallen worden, Dweiches die äußerliche Urſache ihres frühen Todes wurde. Beide ſind im freudigen Bekentniß des Slaubens an ih⸗ ren Herrn und Heiland Jeſum Chriſtum und mit großem Verlangen nach der ew. gen Selig⸗ keit abgeſchieden. Der ſelige C Glaubeeisbruder war den 9. Februar 1820 zu Harburg im König⸗ reich Baiern geboren. Erſt in ſeinem zwanzeg⸗ ſten Lebensjahre und nach vielen Mühen wurde es ihm möglich gemacht, ſich denrjenigen Berufe zuzuwenden, auf welihen namentlich ſeit ſeiner Erweckung zum Glauben ſeine Hauptneigung ging, nehmlich dem Berufe eines Lehrers des Wortes Gottes. Durch Vermittelung eines chriſtlichen Freundes fand er in dem Schullehrer— ſeminar zu Beuggen am Rhein eine Aufnahme und ſtudirte daſelbſt drei Jahre lang unter der Leitung des tüchtigen und erfahrenen Pädago⸗ ge. Zeller. Nach Verfluß dieſer ſeiner Studien⸗ zeit wude er in ſein Vaterland als Schulovicar verlangt un d verwaltete mehrere Vicariate, wie ſeine Zeugniſſe auswieſen, mit großer Gewiſſen⸗ haftigkeit. Durch „ die kirchlichen Mittheilun⸗ gen über die lutheriſche X.. Irche von Nordamerika“ welche Herr Paſtor Löhe herau. ggicbt, und durch die Beſchreibung der hieſigen Noty um Prediger und Lehrer wurde er in ſeinem Gewenen be⸗ drängt, ſich auch mit aufzumachen und der Ar⸗ che in Nordamerika ſeine Dienſte zu weihen, ſo der HErr ihm den Weg dazu bahnen würde. Nicht geringe Schwierigkeiten wegen ſeiner Hier— herreiſe mit Weib und Kind wurden beſcitigt, und ſo ging er denn im Frühjahr 1849 auf eigne Koſten nach Amertks und zunächſt nach Fort Wayne. Mit welchen Geſinnungen er die— ſem Arbeitsfelde entgegenzog, zeigen die uneten ſtehenden Leder, welche er damals auf der Rerſde gedichtet hat. (S. No. 1. und 2. Nach einem kurzen Aufenthalt in Fort Wayne wurdt er nach St. Louis geſendet, machte hier das vorſchrift— mäßige Examen zur Zufriedenheit, predigte zur Wahl bei der Gemeinde in der Nähe von Perry⸗ ville, Mo., wurde von dieſer Gemeinde als ihr Paſtor und Schullehrer berufen und ſtand 1 Jahr in dieſem Amte. Im Januar d. J. folgte er dem Rufe der Stauntouer Gemeinde, wo er manche Kämpfe zu beſtehen hatte, aber auch manche Erquickung genoß. Er KNtte von dem HErrn ſchöne Predigtgaben empfangen, wie Alle, die ihn gehört haben, bezengen wer⸗ den. Es beſeelte ihn ein entſchiedener, keine Menſchenfurcht und Menſchengefälligkeit ken⸗