# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 10 27_S28 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — — —————— — I———— (Offenb. Ioh. Cap. 14, v. 6. 7.) „Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ —9—C—0ʃ‚ʃ⁴ðx —— — — berausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. — ——— —— — ——5 — Redigirt von C. F. W. Walther. Jahrg. S. St. Louis, Mo., den 14. Oetober 1851. No. A. . Zedingungen: Der Lutheraner erſcheint abe zwei Wochen einmal für den jährlichen Uulberiptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiter, welche denſelten voraus zube⸗ Nur die Brie fe. welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle auderen aber. welches Geſchäftliches, BeſteUnngen, Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreße ühlen und das Peſtgeld zu tragen baben. — In St. Lonis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anter zu ſenden. » Der zunehmende Katholicismus in England. Woher kommt wohl hier das Umſichgreifen des puſezismus und im Zuſammenhange damit der Anchmende Rückfall aus der biſchöflichen in die Inmiſch⸗papiſtiſche Kirche? Vornämlich wohl daher, daß zur Zeit der Re— ſrmation die Kirche Englands ſich nicht gründ⸗ uh von dem papiſtiſchen Sauerteige gereinigt hu. Denn bekanntlich lehrt die Episkopalkirche vider Gottes Wort, daß die biſchöfliche Verfaſ⸗ ſung göttliche Ordnung, mithin jedes Kir⸗ henregiment, das nicht durch Biſchöfe ausgeübt Uende, unrecht und ſündlich ſei. Und damit hingt denn natürlich auf das Engſte zuſammen, uß es für Jedermann Gewiſſensſache und er bei Verluſt von ſeiner Seelen Seligkeit verbun— ee ſei, ſich in dieſe (ſogenannte) göttliche Ord⸗ g zu ſchicken und nicht etwa blos Gottes Vert, ſondern auch den Biſchöfen gehorſam und uterthänig zu ſein. Denn Biſchöfe ſeien, rechtmäßiger Weiſe, ſol⸗ he Kirchendiener (oder vielmehr Kirchenregen⸗ in), die ihren geiſtlichen Stammbaum, ihre keiſliche Ahnenreihe müßten hinaufverfolgen knnen bis in die Zeit der heiligen Apoſtel, als un welchen, als ihren geiſtlichen Stammvätern, ſe durch die Ordination, als durch eine geiſtliche Zugung mittelſt der dazwiſchen liegenden geiſt⸗ lchen Mittelväter, ſeien hervorgebracht worden. Durch ſolche Ordination nämlich würde ihnen mittelſt der Handauflegung ihrer gleichfalls ge— weihten Vor-Biſchöfe ſonderliche Gaben des hei— ligen Geiſtes und Amtsgnaden mitgetheilt, und es verſchlage hiebei auch nichts, wenn gleich, nach Ausweis der Geſchichte, dieſes oder jenes biſchöfliche Mittelglied zwiſchen ihnen und den heiligen Apoſteln, ein offenbar ungläubiger, gott⸗ loſer Mann geweſen ſei, der alſo den heiligen Geiſt nicht gehabt habe. Dieſe in gewiſſem Sinne aus dem alten Te⸗ ſtament herübergeborgte unevangeliſche Geſetzes— und Menſchenlehre haben nun weſeutlich die Papiſten auch; nur daß dieſe noch das ſuperfeine Menſchengedicht von der Oberkeit des Apoſtels Petrus daran geheftet und daraus bekannter Weiſe die des römiſchen Biſchofs, als Papſtes, d. i. geiſtlichen Vaters der Chriſtenheit, als Statthalters Chriſti und ſichtbaren Oberhauptes der Kirche Chriſti abgeleitet haben, ohne, ja wi— der die richtig verſtandene heilige Schrift. Und da unleugbar der römiſche Wahn älter und anſehnlicher iſt und die äußere Geſtalt der römiſchen Kirche in der Einheit ihres Regiments und Gottesdienſtes und in dem vielfach in ein⸗ ander greifenden Triebwerke ihrer maſſenhaften Erſcheinung auf fleiſchliche Augen und Herzen einen kräftigen Eindruck macht, ſo iſt es kein Wunder, wenn die episkopalen Seitenverwand⸗ ten jetzt wieder in ihre eigentliche Mutterkirche zurückkehren. Beiderlei Wahn nämlich ſtammt gleichmäßig aus dem falſchen unevangeliſchen Begriffe vom Weſen der Kirche; denn nach dieſem halten ſie dafür, daß auch im Neuen Teſtament urſprüng⸗ lich und weſentlich ein von den Apoſteln durch die Ordination, als durch eine geiſtliche Zeugung, fortgepflanzter Prieſter ſt annd vorhanden ſei, der nun, an gewiſſe Perſonen gebunden, eine Art Mittlerſtand ſei zwiſchen Chriſto und den Laien, und als durch urſprüngliches Vorrecht allein mit Verwaltung der Gnadenmittel und Heilsſchätze betraut, ſo daß nur durch ſie und mittelſt ihrer das Volk dieſer geiſtlichen Güter theilhaftig wer— den könne. Sie verähnlichen alſo die Kirche theils der altteſtamentlichen Theokratie, tyeils der Geſtalt weltlicher Reiche und machen die Stufenleiter auf folgende Weiſe: Auf der oberſten Stufe ſteht der dreieinige Gott und inſonderheit Chriſtus, in weſenhafter Machtvollkommenheit der unumſchränkte HErr und König ſeiner Kirche, von dem alle Gabe, Amt und Gewalt weſentlich herſtammt. Und das iſt auch ſchriftgemäß, d. i. wahr. Auf der zweiten Stufe ſteht die Prieſterſchaft mit ihren geiſtlichen Stammvätern, den heiligen Apoſteln, (bei den Papiſten mit der oberſten Spitze im Pe⸗ trus) ein geiſtlich adliches Geſchlecht bildend, als die geiſtlichen Reichsfürſten, Grafen, Baro⸗ ne, Edelleute, in gewiſſen Stufen der Ueber⸗ und Unterordnung, mit der Nutznießung und Verwal⸗ tung der göttlichen Gnadenmittel und der kirchl. Gerichtsbarkeit, gleich als mit geictlichem Lehen von Chriſto, dem König und Lehüsherrn, un⸗