# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 09 01_S8 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ihn, den Herrn, im heiligen Schmuck angebetet, und ſeinem Evangelivo Thür und Thor weit auf⸗ gethan haben, daß der König der Ehren in ih⸗ un Landen hat einziehen können. Solche große Gnade Gottes iſt dankbar zu erkennen. Solche hohe und große Gnade Gottes laſſet uns nun erkennen, und Gott von Herzen dan⸗ kn, daß er dieſes freudige Glaubensbekenntniß, als die letzte Poſaune vor dem jüngſten Tag nun in der ganzen werthen Chriſienheit, und auch unter uns noch klingen und ſchallen läſſet. O wie haben ſich die Päpſtler bemühet, wie ſe die Evangeliſchen mit Liſt, Macht und Ge⸗ walt dämpfen und aus rotten möchten. Im deutſchen Krieg anno 1547 war ihr fürnehmſter Zveck dahin gerichtet, das ganze Lutherthum, vie ſie es nennen, zu zerſtören. Wir ſehens, kider, noch vor Augen (1630. mitten im drei⸗ ſigjährigen Kriege, welcher von 1618—1648 dauerte), wie bös ſie es im Sinn haben; wie gerne ſie das arme evangeliſche Kirchhäuflein zu Grund ausrotten und vertilgen wollten. Da laßt uns nur nicht aufhören zu beten und Gott inniglich anzurufen, daß er ſein heiliges Wort ja nicht wieder von uns nehmen, noch daſſelbe dulch päpſtiſche, Jeſuwidriſche (jeſuitiſche), ſa— tramentiriſche oder andere Greuel verfälſchen laſſen, ſondern uns unter dem Schutz und Schirm des Allmächtigen bis ans Ende gnädiglich da⸗ bei erhalten wolle. In der letzten böſen Zeit ſoll das Evangelium hell leuchten. Und obs wohl, neben der täglichen Erfahrung, auch in heiliger Schrift zuvor verkündigt iſt, daß in den letzten Tagen vor der Welt Ende, ſehr biſe und greuliche Zeiten ſein ſollen; wie es voch gemeiniglich geſchiehet, wenn es mit einem Faß auf die Neige kommt, daß es Alles gar nübe pflegt durcheinander zu gehen: ſo hat doch auch dieſes nicht ſollen verſchwiegen bleiben, daß es kurz vor dem jüngſten Tag der Religion halben elwas beſſer in der Welt ſtehen ſollte, als etwa vor⸗ hin; nämlich, daß das verdunkelte Licht des heil. Cpangelii auf das Neue angezündet werden und in aller Welt hell und klar hat ſcheinen ſollen. Wie wir nun die Trübſeligkeiten der letzten Zeit in allen Ständen genugſam vermerken: alſo haben wir auch durch Gottes Gnade es erlebet, vaß wir es der Religion halben beſſer haben, als etwa die Vorfahren; nachdem Gott der Herr das ſeligmachende Evangelium wiederum hat laſſen herfürbringen, und ſich alſo in der Welt gleichſam letzen wollen, damit ja Niemand Gott dem Herrn einige Schuld ſeines Verderbens ge⸗ ben, vielmehr aber augenſcheinlich vermerken möchte, wie gerne Gott alle Menſchen wollte ſelig haben, und daß ſie zur Erkenntniß der Bahrheit gebracht würden. Bitte um Erhaltung desſelben. Wir erkennen nun die große Gnade Gottes des Herrn, welche er uns nach dem Reichthum ſeiner Güte mit Offenbarung ſeines alleinſelig⸗ nachenden Wortes erwieſen hat; bitten und wünſchen von Herzen: er wolle ſolchen edlen und hochtheuern Seelenſchatz von uns nicht nehmen, ſondern denſelben uns und unſern Nachkommen bis an der Welt Ende laſſen und nicht entzie⸗ hen. Wir bitten auch darneben, daß uns Gott allerſeits alſo regieren wolle, daß wir uns da⸗ gegen dankbar erzeigen und würdiglich unſer Leben darnach anſtellen mögen; damit nicht Gott der Herr uns zu ſtrafen Urſach haben möge. Ermahnung zur Beſtändigkeit. Wir vermahnen Jedermann ganz treulich, bei dieſer ungeänderten Augsburgiſchen Con⸗ feſſion und einmal erkannten und bekannten Wahrheit des heiligen Evangelii ſtandhaftig zu verharren. Denn wir müſſen ja heut zu Tage ſolchen Jammer erfahren, daß Manche lüſtern werden, und ſich aufs Neue, ohne einige Noth, unter das antichriſtiſche Papſtthum begeben; auch ihrer Viel um weltlicher Beförderung, Dig⸗ nität und Herrlichkeit willen, oder aber nur den Menſchen zu gefallen, ihren Taufbund fahren laſſen, und ſich unter das antichriſtiſche Joch muthwillig begeben. Gottes Worts will man faſt überdrüſſig werden, und deſſen genug haben, auch wohl vor dem himmliſchen Manna ſich ekeln laſſen; da kann man nun wohl erachten, wie ſolches Gott dem Herrn gefallen möge. Die Verachtung und Unachtſamkeit iſt allzugroß, und der größte Haufe lebet nach ſeines Herzens böſen Begierden; will ſich entweder nicht erinnern laſ⸗ ſen, oder aber treuer Erinnerung nicht folgen. Darüber hat man zu eifern, wer nur eifern kann, ſonderlich Diejenigen, welchen es Amts halben befohlen iſt; welches nicht allein Lehrern in der Kirchen, ſondern auch von Eltern daheim zu Haus, und zwar mit allem Ernſt geſchehen ſoll Warnung vor Gleichgiltigkeit und Abfall. Und deſſen haben wir große Urſachen: o wie bitter und böſe ſind die Feinde des heiligen Evangelii auf dieſe Confeſſion! Wie gerne wollten ſie alle diejenigen, ſo ſich zu derſelben mit Herzen und Mund bekennen, zu Grund ausrotten und vertilgen! O wie ſtechen dem Teufel und ſeinem Anhang ſonderlich die Stifte und Klöſter in dieſen Landen in Augen, welche ihm genommen ſind! Wie benuühet er ſich, ſei⸗ nen vorigen Pallaſt wieder einzunehmen; wenn er gleich ſieben ärgere Geiſter zu ſich nehmen ſollte; damit er die Leute ferner in Abgötterei führen, in falſcher und irriger Lehre und gottlo⸗ ſem Leben behalten, und mit ſich in die Ver— damniß ſtürzen möchte. Da haben wir nun wohl Urſach, Gott von Herzen zu danken, daß er ſolche Greuel abgeſchafft, und uns wohl vor⸗ zuſehen, daß wir vor denſelben bewahret bleiben mögen. Warnung aus Geſchichte und Erfahrung. Denn es bezeugen es die Hiſtorien, daß Got— tes Wort ſelten eine lange Zeit rein und lau⸗ ter an einem Ort hat bleiben können; ſondern es hat gemeiniglich ſolch Glück gehabt, daß es mit der Zeit hät wandern und anderswohin zie⸗ hen müſſen: wie wir heut' zu Tage ſehen, daß es zugehet bei denen Kirchen, welche der Herr Chriſtus und die heiligen Apoſiel ſelbſt gepflanzt haben. Gottes Wort iſt zwar ein rechter, gnä⸗ diger Regen, welcher das dürre Erbe befeuchtet und erquicket: aber dieſer Regen will aufgehal⸗ ten und geſchützet ſein; wo das nicht geſchieht, ſo verſcheußt er, daß man nicht lange ſeiner ge⸗ nießen kann. Derhalben haben wir Alle zu ſchützen und aufzuhalten, damit uns ſolche Gnade auch nicht unter unſern Händen entgehen möge. Sollen demnach Gottes Wortreich⸗ lich unter uns wohnen laſſen, und unſere Kinder mit Fleiß in dem heiligen Cate⸗ chismo unterweiſen, Beides öffentlich und daheim mit Lehren, Erinnern, mit Warnen und Stra⸗ fen täglich anhalten; damit aller Verachtung Gottes Worts und ſündlichem Leben geſteuert und gewehret werde. Befürchtung Lutheri für Deutſchland. Es hat traun der ſelige Mann Gottes, Herr Lutherus, zu ſeiner Zeit noch lange nicht ſolch gottloſes und verdammliches Weſen geſehen, als heut zu tag im vollem Schwange gehet, da al— lerhand Argerniſſe wachſen, und je mehr und mehr ungeſcheut von Großen und Kleinen getrie— ben werden. Aber er hat gleich allbereit ſchon zu ſeiner Zeit dieſe Beiſorge gehabt, Deutſch— land werde es bei Gott verderben, und ſich ſei⸗ nes reinen Wortes verluſtig machen; ja man hat ſich zu befürchten, daß Gott der Herr die gottloſe Welt vor ihrem Ende alſo ſtrafen; ſein Wort ganz und gar hinwegnehmen und faſt nirgendswo ein reines Predigtamt öffentlich laſſen werde, ohne was in den Häuſern beiſchriſtlichen Hausvätern und Haus⸗— müttern noch verbleiben möchte. Wie denn der Herr Chriſtus ſelber dahin zielet, wenn er pre⸗ diget von dem Evangelio, wie ſolches vor dem jüngſten Tage zum Valet der Welt verkündigt werden ſoll; aber doch zum Zeugniß über ſie, daß ſie nämlich wenig ſich daraus beſſern werde. Das ſollen wir zu Herzen nehmen. Derohalben laſſet uns dieſes geſagt ſein, und treulich zu Herzen nehmen, nicht allein uns ſelbſten, ſondern auch unſere Nachkommen be⸗ denken; damit nicht dieſelben unſerer Bosheit und Verachtung entgelten müſſen; welches ge⸗ ſchehen würde, wenn wir mit beharrlicher Un⸗ bußfertigkeit Gott verurſachen würden, ſein hei⸗ liges Wort von uns hinwegzunehmen. Laſſet uns vielmehr mit unſerm armen Gebet vor der hohen Majeſtät Gottes⸗uns einſtellen, und ihm demüthiglich in chriſtlicher Andacht und Glauben zu Fuß fallen, daß er mit ſeinem Wort bei uns ſein und bleiben wolle, weil es Abend worden iſt, und der Tag ſich geneiget hat; und alſo beten: Gebet. O Herr und Gott! bewahre uns und unſere Nachkommen, ſammt Deiner ganzen Kirche bei Deinem heiligen, geoffenbarten Wort; bewahre uns bei der reinen evaͤngeliſchen Confeſſion bis ans Ende der Welt; verleihe du Friede und heilſame Einigkeit in dieſen letzten betrübten