# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 07 20_S200 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Aber Knechte Chriſti müſſen vor allem ſorgen, was der Herr der Heerſchaaren dazu ſagt, wel⸗ cher uns bald zu der ewigen Vergeltung abru⸗ fen wird. Wenn du daher, ehrwürdiger Freund, ohne einen Auftrag von der Kirche zu haben, leicht zulaſſen könnteſt, was unſrer ganzen Kirche und⸗ Deinem Vaterlande zum Schaden iſt; ſo bitte ich dich um der Wohlthaten willen, welche Dir die göttliche Güte ſo reichlich verliehen, und um Deiner ewigen Seligkeit willen, daß du doch in dem Werk der Kirchenvereinigung et⸗ was langſamer handeln und von Gott lernen möchteſt, was Gott gefällt. Vieles wird die Zeit, manches auch die Erfahrung lehren; und Du wirſt einſt bekennen, daß ein guter Rath nicht gering zu ſchätzen iſt. Lebe wohl, theu— erſter Bruder, und warne, ſtrafe und ſchelte mich wieder. Du ſollſt nicht ſo bald den Ir— renden ermahnen, als ich dem mahnenden fol— gen werde. Nochmals lebe wohl. Gott re— giere uns mit ſeinem Geiſte. Gotha den 21. Juni 1720. *⁊**——* 9 —99 Cingeſandt. Wohin die Gottesläugnung endlich führt. Herr Schmidt ſcheut ſich nicht, in ſeinen freien Blättern die ſcheußliche Lüge, daß kein Gott ſei, als die höchſte Wahrheit zu preiſen. Wohin aber dieſe Gottesläugnerei endlich führe, zeigt uns die Geſchichte der franzöſiſchen Revo⸗ lution vom vorigen Jahrhundert, an einem deutlichen Beiſpiele. In der Weltgeſchichte von Becker heißt es Bd. 12., S. 294. darüber ſo: „Das geringſte Zeichen einer religiöſen Hand⸗ lung war ein Todesverbrechen ... Zu Arras wurde eine ſechzigjährige Perſon bloß darum hingerichtet, weil ſie gebetet hatte. Aber dieſer Gräuel der Verwüſtung ſollte noch durch den größeren eines neuen Gottes⸗ dienſtes in Schatten geſtellt werden. Die Zer— ſtörer des chriſtlichen Kirchenthums erfanden den Cultus der Vernunft, und feierten denſel⸗ ſelben zum erſten Mal am 10. Nov. 1793 in der Kirche Notre-Dame. halbnackt als Göttin der Vernunft auf einem Triumphwagen nach dem Altare gefahren und auf demſelben mit Hymnen und Räucherungen verehrt, dann verſchleiert und im feierlichen Zuge auf einen mit Eichenlaub umflochtenen Lehnſtuhl in den Convent getragen. Chau— mette beginnt ſeinen Spruch: „Der Fanatis⸗ mus iſt entlaufen; der Vernunft, der Wahrheit, der Gerechtigkeit hat er ſeine Stelle überlaſſen ſeine ſchielenden Augen konnten den Glanz des Lichtes nicht länger ertragen. Bemächtigt haben wir uns der Tempel, die er verließ, und ihnen eine neue Beſtimmung gegeben. Zum erſten Male erſchien das Volk von Paris heute in je— nen Gothiſchen Gewölben, welche ſo viele Jahr— hunderte hindurch die Stimme des Irrthums wiederholt hatten und endlich einmal von dem Rufe der Wahrheit ertönten. Freiheitshelden ſchloß, den Schrecken zu heili— Eine Buhlerin ward Stimme ſeines Gewiſſens hören, das doch wohl Geopfert haben — 260— wir daſelbſt der Freiheit, der Gleichheit, der Natur. Nicht eitle Bilder, ſondern ein Mei⸗ ſterwerk der Natur haben wir gewählt, um die Natur darzuſtellen, und dies heilige Bild hat unſer Aller Herzen entflammt. Ein einziger Wunſch, ein einziges Gebet ertönte von allen Seiten: Kein Prieſter mehr, keine anderen Götter, als welche die Natur uns darbietet! Sterbliche, hört auf zu zittern vor den ohnmäch— tigen Blitzen eines Gottes, den eure Einbil— dung erſchuf! Erkennet keine andere Gottheit mehr an. als die Vernunft, deren edelſtes und reinſtes Bild ich euch vorhalte.“ Bei dieſen Worten enthüllte der Redner ſeine Göttin, die alsbald eingeladen ward, neben dem Präfiden⸗ ten ihren Sitz zu nehmen, und von ihm und den Sekretären unter lautem Jubelgeſchrei den Bruderkuß erhielt. Chaumettes Antrage ge— mäß ward die Metropolitankirche dem Vernunft⸗ gottesdienſte überlaſſen, und zum Schluſſe brach die ganze Verſammlung der Geſetzgeber dahin auf, um in dem neuen Tempel eine von Genier gedichtete Hymne der Freiheit zu ſingen, die mit der patriotiſchen Aufforderung an die gen, auf daß bald der letzte Sclave dem letzten Könige ins Grab folgen möge. Mehrere Monate hindurch ward dieſes Poſ⸗ ſenſpiel nicht nur in Paris, ſondern in allen Städten Frankreichs wiederholt; die Kirchen wurden Schauplätze der unwürdigſten Auftritte; junge ſittſame Mädchen ſahen ſich gezwungen, denſelben in Geſellſchaft der verächilichſten Weibsperſonen beizuwohnen. Das ſchwerſte Opfer war der ſchüchternen Schönheit vorbe— halten; es beſtand darin, die Göttin der Ver— nunft in einer Tracht vorzuſtellen, die ſelbſt den Pariſer Operntänzerinnen Verlegenheit ein⸗ flößte. Nicht ſelten kam dieſe Rolle an eine un⸗ glückliche Waiſe, deren Eltern eben erſt auf dem Schaffot geblutet hatten, und mehrere Commiſ⸗ ſarien des Conventes waren erfindungsreich, dieſe ſchändlichen Feſte für die Lüſternheit zu verfeinern. Der liebe Leſer ſieht ſomit, daß es keine Un⸗ anſtändigkeit iſt, wenn der Lutheraner dem Herrn Schmidt vorwirft, er ſuche mit ſeiner Gottesläugnerei nur die Verthierung, Entſitt⸗ lichung und Entmenſchung der Menſchheit auch ſeinerſeits zu befördern, ſondern die vollſte, lau⸗ terſte Wahrheit. Für jeden, der ſehen will, liefert die franzöſiſche Revolution den traurigen Beweis, daß die Menſchen mit der Verläug⸗ nung Gottes auch ihren ſittlichen Halt verlieren, und endlich in den tiefſten Abgrund der Ver— worfenheit und Unvernunft ſinken. Möchte Herr Schmidt in ſich gehen; möchte er auf die noch nicht ganz in ihm ertödtet ſein wird. Wir bedauern aufrichtig den Unglückſeligen, der ſo von aller Vernunft verlaſſen iſt, daß er ſeinen Gott zu läugnen wagt, und der ſo vom Teufel verblendet iſt, daß er den Allmächtigen läſtert. — Erhalten a. zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe: von Herrn Herm. Heinrich Niemann in Pittsburgh 850. „ Johann Heinrich Niemann daſ. . — 77 —* „ „Rudolph Auf der Heide daſ. 50. „ „ B. H. Voskamp daſ. 0. „der Filial Gemeinde des Heirn P. Müller bei Mancheſter, St. Lonis Co. MW. . 8,25. der Gem. Pleaſant Ridge, Madiſon Co., Als. 555. zum Unterhalt des Concordia-College. — 77 b. von Herrn Schullehrer Johannes in Neu⸗-Bremen 25. 7 „ Roth in Frohna, Perry Co., Mo. 100. „ „ Weinhold daaſ. q c. an Beiträgen zu den Reiſekoſten der Herren Delegirten nach Deutſchlan d. der Gemeinde zu Neu Bremen nachträglich Herrn P. Schwan „ P. Trautmann in Adrian, Mich. und „ deſſen Gemeinde. . 7/0.— der Gemeinde dee Herrn P. Ernſt, Erie Co., New RAork. ů 114002 „ derGemeinde des Hru. P. Jäbker, AllenCo., Ja. 10,%04. durch Herrn P. Klinkeuberg von einzeinen Gliedern ſeiner Gemeinde . 6.004 von der Gemeinde des Herrn P. Steinbach in Liver⸗ pool, Medina Co., O. „J,00. Herrn P. Johannes und ſeiner Gemeinde in ‚ von 2 —2* D — — ——— — 2* — I. Jefferſon Co., Mo. abſchläglich 1600. „ der Gem. Frohna, Perry Co., Mo., abſchlägl. 8,03 „ der lutheriſchen Gemein de in St. Louis 445,B09 F. W. Barthel, Caſſirer. Bezahlt den 6. Jahrg. Herr Fr. Heinicke, ‚ „ 7. „ die Herren Billner (2. Hälfte), Fr. Heinickt, Roth, Roßwag, P. Straſen, Balthaſ. Weigantz Weinholdt. — den 8. Jahrg. die Herren Georg Lüders, P. Schwan, Bal⸗ thaſ. Succop. x — π——— Neue Addreſſen. Revd. Ferd. Steinbach, Liverpool P. O. Medina Co. O. Revd. August Weyel, P. O. Chelsea, Will Co. Ills. 2 L Der Unterzeichnete erlaubt ſich, die lin ben Leſer dieſes Blattes darauf aufnerkſam zu machen, daß das Kirchen⸗Geſangbuch fur gev. luth. Gemeinden, verlegt von der ev. luth. Gememde U. A. C., nun auch in kleinern Format ſowohl bei ihm als auch bei den Herreg H. Ludwig und Co. in New York fur die untgh angeſetzten Preiſe zu haben iſt. F. W. Barthel. Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition des Lutheraners um die beigeſetzten Preiſe. Kirchen⸗Geſangbuch für evang. luth. Ge⸗ meinden, welchem ſonn⸗ und die feſtäglichen Perikopen beigefügt ſind, verlegt von der hieſigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßptem Lederbande, tend 8 75. 100 Srit 502. 505 gegen Baarzahlung. Daſſelbe in kleinerm Format mit deuſelben Anbargen⸗ und aleichem Einband, das Stück Das Dutzend 85,85. 100 Stück 840,J0. gegen Baarzahlung. A BC-⸗Buch, Rew⸗Norker Ausgabe, das Stück. (Das Dutzend §1.) * Brief Dr. Martin Luthers von Einſetzung der Kirchendiener an den Rath zu Prag in Börmen vom Jahre 1523. aus dem Lateiniſcheu überſetzt von Paulus Speratus . Timotheus. Ein Geſchenk für die confirmirte Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden H. — A — — „ E Wegen der übrigen Bücher und Pamphlets bllibl man vorige Nummer nachzuſehen. 1 Gedruckt bei Moritz Niedner, Worth Ecke der dritten und Cheſinutſtraßß