# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 06 10_S162 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) bat: daſſelbe, ſagen wir, iſt je der Schatz und kein anderer, dadurch ſolche Vergebung erwor— ben iſt.“ Ferner lügt Herr Naſt wider uns, als lehrten wir: „daß der Gebrauch des Sakramentes ohne den Gehorſam des Glaubens ſelig mache“. Im Gegentheil bekennen wir von der Taufe in un⸗ ſerem kleinen Catechismus: „Sie wirket Verge⸗ bung der Sünden, erlöſet von Tod und Teufel und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten;“ und vom heil. Abendmahl: „der iſt recht würdig und woͤhlgeſchickt, der den Glauben hat an dieſe Worte: Für euch gegeben und vergoſſen zur Vergebung der Sünden. Wer aber dieſen Worten nicht gläubet oder zwei⸗ felt, der iſt unwürdig und ungeſchickt, denn das Wort: „Für euch“, fordert eitel gläubige Herzen“. Und im 13ten Artikel der Augs⸗ burgiſchen Confeſſion vom Gebrauche der Sa— kramente heißt es: „daß ſie Zeichen und Zeug⸗ niſſe ſind göttlichen Willens gegen uns, unſern Glauben dadurch zu erwecken und zu ſtärken: deßhalb ſie auch Glauben fordern, und dannn recht gebraucht werden, ſo man's im Glauben empfängt, und den Glauben dadurch ſtärkt“. Ebenſo heißt es in der Apologie von den Sakramenten und ihrem rechten Gebrauch: „Das iſt aber mehr von Nöthen zu disputiren und zu wiſſen, was der rechte Gebrauch der Sa⸗ kramente ſei; da müſſen wir frei verdammen den ganzen Haufen der Scholaſtiker und ihren Irrthum ſtrafen, da ſie lehren, daß diejenigen, ſo die Sakramente ſchlecht gebrauchen, wenn ſie nicht obicem (Riegel, Hinderniß) ſetzen, ex opere operato (durch das gethane Werk) Gottes Gna⸗ de erlangen, wenn ſchon das Herz alsdann kei⸗ nen guten Gedanken hat. Das iſt aber ſtracks ein jüdiſcher Irrthum, ſo ſie halten, daß wir ſollten durch ein Werk und äußerliche Ceremonie gerecht und heilig werden ohne Glauben und wenn das Herz ſchon nicht dabei iſt. u. ſ. w. Darum ſagen wir auch, daß zum rechten Ge⸗ brauch der Sakramente der Glaube gehöre, der da glaube der göttlichen Zuſage und die zu⸗ geſagte Gnade empfange, welche durch Sakra⸗ ment und Wort angeboten wird. Und dies iſt ein gewiſſer rechter Gebrauch der heil. Sakra⸗ mente, darauf ſich ein Herz und Gewiſſen wagen und laſſen kann; denn die göttliche Zuſage kann Niemand faſſen, denn allein durch den Glauben. u. ſ, w. Ja Auguſtinus ſagt, daß der Glau⸗ be im Gebrauch des Sakraments, nicht das Sakrament vor Gott uns fromm mache.“ Nachdem wir ſo die Beſchuldigungen des Herrn Naſt als verläumderiſch und lügenhaft dargethan und widerlegt haben, ſo wollen wir weiter ſehen, welche Vorſtellungen ſich derſelbe von den heil. Sakramenten macht. „Wir müſſen, ſagt er, einen allgemeinen Überblick thun über das, was zum Seligwerden nöthig iſt. Dies zerfällt in zwei Theile, erſtens in die Gnade Gottes, durch welche uns Seligkeit erworben und angeboten, und nach den Bedingungen des Evangelium's in uns gewirkt wird, und zweitens in den Glau⸗ ben, durch welchen als die Bedingung ſie von —162 — unſerer Seite angenommen wird r. Wenn denn die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu die einzige wirkſameUrſache und der in Liebe thätige Glaube die einzige Bedingung unſerer Seligkeit iſt: wo iſt ein Raum gelaſſen für eine inwohnende, ſelig machende Wirkſamkeit der Sakramente?“ Wir antworten darauf, daß in der Bibel für die krummen Sprünge des Naſtiſchen Schwarm⸗ geiſtes allerdings kein Raum gelaſſen iſt und daß Herr Naſt, der ſich doch vermiſſet, zu ſein ein Leiter der Blinden, ein Licht derer, die in Fin— ſierniß ſind, nicht weiß, weder was Sakrament, noch was das Wort Gottes, noch was der Glau— be iſt. Nicht der Glaube, weil und ſo fern er in der Liebe thätig iſt, macht ſelig, wie Herr Naſt ſchwärmt, ſondern der den Herrn Jeſum ergreifende Glaube macht ſelig. Der wahre, rechtfertigende Glaube iſt allerdings die Mutter, Quelle und Wurzel aller guten Werke und Tugenden, gute Werke müſſen dem Glau⸗ ben nothwendig folgen; ſie ſind Früchte des Glaubens und bezeugen, daß der Glaube leben⸗ dig und rechter Art ſei: allein zur RNechtferti— gung helfen die guten Werke nichts. Es bleibt dabei, was der Apoſtel ſagt: Aus Gnaden ſeid ihr ſelig geworden, durch den Glauben; und daſſelbige nicht aus euch, Gottes Gabe iſt es; nicht aus den Werken, auf daß ſich nicht jemand rühme. (Epheſ. 2, 8. 9.) Daß alſo der Glaube gerecht macht, hat er nicht von der Liebe, durch welche er thätig iſt, nicht von den guten Werken, welche er hervorbringt, ſon⸗ dern von Chriſto, den er ergreift. Denn wer an Chriſtum glaubt, der wird von Gott gerecht— fertigt oder für gerecht erklärt, indem Gott ihm die Gerechtigkeit und das Verdienſt Chriſti zu— rechnet und ihn um deßwillen von allen Sünden los und ledig ſpricht. Denn alles, was der Herr Jeſus Chriſtus gethan und gelitten hat, hat er für uns, um unſertwillen und an unſerer Statt gethan und gelitten; für uns hat er das ganze Geſetz Gottes erfüllt, unſere Sünden hat er auf ſich genommen und dafür die Strafe er⸗ duldet, welche wir damit verdient hatten, näm⸗ lich die Pein des zeitlichen und ewigen Todes und um unſerer Gerechtigkeit willen iſt er von Gott dem Vater auferwecket, zum ewigen Zeug⸗ niſſe, daß er das Werk der Erlöſung vollbracht und der göttlichen Gerechtigkeit an unſerer Statt vollkommen genug gethan habe. Der rechtfer⸗ tigende Glaube beſtehet nun darin, daß ich Chriſtum auch als meinen Heiland zuverſichtlich ergre ife, und mir alles, was er für mich gethan und gelitten hat, ſo aneigne, als hätte ich es ſelbſt gethan und gelitten. Denn der Apoſtel Paulus ſpricht Röm. 6, 11.: Alſo auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde abgeſtor⸗ ben ſeid, und lebet Gott, in Chriſto Jeſu un— ſerem Herrn. 7. 8. Wer geſtorben iſt, der iſt ge⸗ rechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Chriſto geſtorben, ſo glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden. 2 Cor. 5, 14. Wir hal⸗ ten, daß, ſo einer für alle geſtorben iſt, ſo ſind ſie alle geſtorben. 15. Und er iſt darum für alle geſtorben, auf daß die, ſo da leben, hinfort nicht ihnen ſelbſt leben, ſondern dem, der für ſie — Gnade herabzuholen. eigentlichen Methodiſten noch in den gräulichen — geſtorben und auferſtanden iſt. Röm. 8, 1. So iſt nun nichts Verdammliches an denen, die in Chriſto Jeſu ſind, die nicht nach dem Fleiſch wandeln, ſondern nach dem Geiſt. Demnach hält ſich ein Chriſt nicht für das, was er von Ratur in Adam iſt, für einen verdammten Sün⸗ der, ſondern für das, was er aus Gnaden in Chriſto iſt, nämlich für ein gerechtfertigtes Kind Gottes. Darum ſpricht er mit Paulo: Ich bin durch's Geſetz dem Geſetz geſtorben, auf daß ich Gott lebe; ich bin mit Chriſto gekreuzigt. Gal. 2, 19. Das heißt: In Chriſto, welchen ich durch den Glauben in der heiligen Taufe ange— zogen habe, Gal. 3, 27., dem ich durch die heil. Taufe einverleibt bin, 1 Cor, 12. 13., und mit dem ich durch den Glauben ein Geiſt bin, 1 Cor. 6, 17., habe ich das Geſetz erfüllt; denn Chriſtus iſt mein mit allem, was er hat; ſeine Geſetzes-Erfüllung iſt daher auch die meinige. Darum bin ich durch Chriſti Geſetzes— Erfüllung dem Geſetze abgeſtorben; es geht mich nun nichts mehr an, es iſt für mich gar nicht mehr da, denn dem Gerechten iſt kein Geſetz ge⸗ geben, 1 Tim. 1, 9. Was es verheißt, das ewige Leben, habe ich überſchwänglich in Chriſto; denn wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben, Joh. 3, 36. Was es den Ueber⸗ tretern droht, Fluch, Verdammniß, Gottes Zorn, zeitliche und ewige Strafe, das habe ich alles in Chriſto vollkommen gebüßt und bezahlt, ich bin mit Chriſto gekreuzigt, mit ihm auferſtan⸗ den, und damit von allen Sünden gerechtfer⸗ tigt. — Was wir übrigens leider befürchten müſſen, iſt, daß die Methodiſten bald nicht mehr in Chriſto, ſondern in ihren Werken den Grund und die Urſache ihrer Seligkeit ſuchen werden. Indem nun Herr Naſt als das, was zum Seligwerden nöthig iſt, „die Gnade Gottes, durch welche uns Seligkeit erworben und ange— boten und nach den Bedingungen des Evange⸗ lium's in uns gewirkt wird, und zweitens den Glauben nennt, durch welchen, als die Bedin⸗ gung, ſie von unſerer Seite angenommen wird“; — ſo ſchweigt er von den Mitteln, durch welche Gott uns ſeine Gnade anbietet, aneignet und verſiegelt. Und darüber kann er auch unmög⸗ lich eine genügende, dem Worte Gottes gemäße Auskunft geben, denn das eigentliche Weſen der methodiſtiſchen Schwärmerei beſteht darin, daß er Gott verſucht, indem er den von Gott geord⸗ neten Gnadenmitteln Wort und Sakrament die von Gott ihnen gegebene ſeligmachende Wirkſam⸗ keit und Kraft abſpricht. und ſie dagegen dem eigenen Thun, den ſelberdachten, fälſchlich ſoge— nannten Gnadenmitteln, ſtürmiſchen Schreige⸗ beten, Bußbank, Campmeetings ꝛc. zuſpricht. Der Methodismus verachtet die von Gott uns in Wort und Sakrament gegebene Himmels leiter, worauf der Glaube zu Gott kommt und ſpricht: Wer will hinauf genHimmel fahren? Röm. 10, 6.; er ſucht außer und ohne die Gnadenmittel ſich durch ſein eigenes Thun in den Himmel zu ſchwingen und von dort den heil. Geiſt und Conſequent werden die Irrthum ſinken, daß ſie auch den Glauben nicht.