# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 03 30_S138 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) der Froſch, und ſaß auf einem Heller. Hier lehren uns die hoch, hoch, noch höher, und al⸗ lerhöheſt verſtändigen Leute, die Türken, Jüden, daß Gott nicht ſterben kann, und kein Eheweib habe; wie wollten oder könnten wir armen Chriſten ſolch hoch Ding immermehr wiſſen, wenn es uns tollen Gänſen und Enten nicht ſolche überaus überhohe Meiſter zeigten, daß Gott kein Weib habe und nicht ſterben könnte? Es wäre nicht Wunder, daß, wo ein Jude oder Türke gehet, die Erde unter ihm vor ſol⸗ chem hohen Geiſte ſo fröhlich würde, daß ſie mit ihm über den Himmel ſprünge, und der Himmel desgleichen vor ſolcher großer Weisheit mit Ster⸗ nen, Sonnen und Monden herunterfiele, denen Jüden, Türken zun Füßen, oder in Abgrund der Höllen; denn es iſt, fürwahr, eine unbe⸗ greifliche Weisheit, daß Gott kein Weib hat, noch ſterben könne. O Herr Gott, da wiſſen die Chriſten nichts von! wer wollte Gott eine Amme beſtellen? Wo wollte er eine Kindermagd kriegen? Wer wollte ihn begraben? Wer wollte ihm zur Hochzeit pfeifen und tanzen? Wer wollte ihm Seelenmeſſen noch halten? Ei, pfui die Chriſten, daß ſie einen ſterblichen Gott anbeten, und einen ehelichen Gott daraus ma⸗ chen! ſelig, ſelig ſind Mahometh und Rabbinen, die uns viel beſſers lehren. — Ei, pfui dich unſin⸗ nigen Mahometh! ſollſt du ein Prophet heißen, der du ein ſolcher grober Tölpel und Eſel biſt?“) Wohlan, dieſe elenden Narren laß fahren, und ſich klug dünken, bis ſie es genug haben; du aber halte feſt am chriſtlichen Glauben, der uns durch die Schrift lehret, daß Jeſus Chri⸗ ſtus ſei wahrhaftiger Gott, und Gottes Sohn, dazu auch wahrhaftiger Menſch, Davids und Marien Sohn; doch nicht zween Söhne, zween Männer, oder zwo Perſonen, ſondern ein eindzer Sohn, und einige Perſon, aus und in zwo unterſchiedlichen Naturen, der Gottheit und Menſchheit. Denn gleichwie dro⸗ ben, in dem Artikel von der Gottheit, du dich hüten mußt, daß du drei Perſonen nicht mengeſt in Eine Perſon, noch das Weſen oder Natur trenneſt in drei Götter, ſondern drei unter⸗ ſchiedliche Perſonen in einem gött⸗ lichen Weſen halteſt: alſo mußt du dich wiederum hier in der Lehre von Chriſto hü⸗ ten, dan ß du die einige Perſon nicht theileſt oder trenneſtein zwo Perſo⸗ nen, oder die zwo Naturen in Eine Natur mengeſt, ſondern zwo unter⸗ ſchiedliche Naturen, in Einer eini⸗ gen Perſon, halteſt. Und gleichwie die zwo Naturen ſich in Eine Perſon vereinigen: alſo vereinigen ſich auch die Namen beider Na⸗ turen in den Namen der einigen Perſon; wel⸗ ches man heißt zu Latein oommunicatio idioma- tum vel proprietatum. Als, der Menſch heißt ) Dieſe große Weisheit kramen bekanntlich jetzt auch die ſogenannten Rationaliſten und Lichtfreunde und anderes Gelichter aus. Dieſelben ſprechen oft: Wenn Luther ſetzt lebte, und hörte, was wir wiſſen, ſo würde er es mit uns balten. Hier können ſie ſehen, daß Luther ihre Weishtüt recht wohl gekannt, wofür er ſie aber gehalten hat. * * — 138— und iſt geboren oon der Jungfrauen Marka und von den Jüden gekreuziget; denſelben Na⸗ men ſoll man auch Gottes Sohn geben und ſa⸗ gen: Gott iſt geboren von Maria und gekreu⸗ ziget von den Jüden; denn Gott und Menſch iſt Eine Perſon, und nicht zween Söhne (einer Gottes, der andere Mariä), ſondern iſt ein ei⸗ niger Sohn, Gottes und Mariä. Wenn du nun wollteſt ſagen, wie Neſtorius, Gott, oder Jeſus, Gottes Sohn, ſei nicht ge⸗ boren von Maria, noch gekreuziget von den Jü— den; ſondern allein der Menſch, Marien Sohn: ſiehe, da macheſt du zwo Perſonen, und tren⸗ neſt die einige Perſon, daß eine andere Perſon ſei, die nicht geboren noch gekreuziget iſt, und wird alſo eine jegliche Natur für ſich ſelbſt eine ſonderliche Perſon, und zween unterſchied⸗ liche Söhne; welches iſt eben ſo viel als, daß Gott ſei nicht Menſch wor⸗ den, ſondern Gott bleibe für ſich ſelbſt eine abgeſonderte Perſon von dem Menſchen, und der Menſch für ſich ſelbſt eine abgeſonderte Perſon von Gott. Das taugt nicht, das leidet die Schrift nicht, die da ſpricht Joh. 1, v. 14.: „Und das Wort iſt Fleiſch worden“. Lue. 1, v. 35: „Das in dir geboren wird, ſoll heißen des allerhoͤheſten Gottes Sohn“. Und der Kin⸗ der Glaube ſpricht: „Ich glaube an Jeſum Chriſt, Gottes Sohn, der empfangen iſt vom heiligen Geiſt, geboren von Maria, der Jung⸗ frauen“ ꝛc. ſpricht nicht, daß Gottes Sohn ein anderer ſei, ſondern derſelbige, der von Marien geboren, und ihr Sohn wird. Wiederum: Wenn du wollteſt ſagen, wie Eu⸗ tyches, daß der Menſch Jeſus, Marien Sohn, ſei nicht Schöpfer Himmels und der Erden, oder ſei nicht Gottes Sohn, den man anbeten ſolle: wie auch neulich ein toller Geiſt große Grumpen vorgab, wie gefährlich wir Chriſten lebeten, daß wir eine Creatur für Gott anbeteten (der unſin⸗ nige Narr lieſet keine Schrift, noch Bücher, ſon⸗ dern träumet aus ſeinem eigenen tollen Kopfe von ſolchen hohen Sachen, und iſt ein ſelbſtwach⸗ ſender MeiſterKlügel): ſiehe, hier wird die Perſon abermal zertrennet, und zwo Perſonen aus Einer gemacht. Neſtorius trennet die Perſon alſo, daß er die Menſchheit von der Gottheit reißt, und eine jegliche Natur eine ſondere Perſon macht, daß allein der Menſch beſonders gekreuziget ſei; Eutyches wiederum, reißet die Gottheit von der Menſchheit, alſo, daß er auch eine jegliche Natur zur ſonderlichen Perſon macht, daß Gott ſolle angebetet werden als von der Menſchheit abgeſondert. Aber die Schrift und der Glaube ſprechen alſo: Wenn wir den Menſchen, von Maria geboren, anbeten, ſo beten wir nicht einen abgeſonderten Menſchen an, der für ſich ſelbſt, ohne Gott und außer Gott, eine ſonderliche eigene Perſon ſei; ſondern wir beten den einigen rechten Gott an, der mit den Vater und heiligen Geiſte ein einiger Gott, und mit der Menſchheit eine einige Per⸗ ſon iſt. Wer nun ſolchen Verſtand nicht hat, der muß in der Schrift irre werden, und kann ſich nir⸗ — geñs drein ſchicken. Denn in der Schrift heißt Meſſia: Gottes Knecht. Eſ. 42, v. 1. „Siehe, das iſt mein Knecht, an dem ich Wohlgefallen habe“; und am 53. v. 1: „Siehe, mein Knecht wird klüglich fahren“; ja, er heißt „ein Wurm, und nicht ein Menſch“ Pſalm 22. v. 7. Und, das wohl gräulicher iſt, er heißt ein armer Sün⸗ der Pſ. 41. v. 5: „Ich ſprach: Herr, ſei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe dir ge⸗ ſündiget“. Pi. 69. v. 6: „Gott, du weißeſt meine Thorheit, und meine Schulden ſind dir nicht verborgen“. Item, „die Schmach derer, die dich ſchmähen, fallen auf mich“. Pſ. 40, 13: „Es hat mich Leiden ohne Zahl umgeben, mich haben meine Sünden ergriffen, daß ich nicht ſehen kann; ihr iſt mehr, denn Haare auf meinem Haupte, und mein Herz hat mich ver⸗ laſſen“. Hier ſchreiet Bernunft, Jüde und Ma⸗ hometh, über uns Chriſten: Wie kann ſolches von Gott verſtanden werden? Wie kann Gott ein Knecht ſein? Wie kann er ein elender Sün⸗ der ſein? — Hilf Gott, welch unſinnige, tolle, ungeheure Leute ſind wir Chriſten vor ſolchen hohen, weiſen, heiligen Menſchen, die keine Cre⸗ atur anbeten, ſondern allein den einigen Gott! Wahr iſt es, die Vernunft findet ſolches nicht in ihrer Bibel, das iſt, im Rauchloch, oder im Schlauraffenlande. So finden es die Jüden in ihrer Bibel auch nicht, das iſt, im Thalmud ... So findet es Mahometh in ſeiner Bibel auch nicht, das iſt, im Hurenbette; denn darinnen hat er am meiſten ſtudiret... Wer nun in ſol⸗ chen Büchern ſtudiret, was iſt es Wunder, daß der nichts wiſſe von Gott, noch Meßia; ſo ſie auch nicht wiſſen, was ſie reden oder thun? Wir Chriſten wiſſen (Gott Lob und Dank in Ewigkeit D, daß Meßia iſt Gottes einiger ewiger Sohn, den er geſandt hat in die Welt, unſere Sünde auf ſich zu nehmen, für uns zu ſterben, und den Tod für uns zu überwinden; wie Eſ. 53. v. 6. 10. klärlich ſagt: „Wir gingen alle irre, Gott aber hat unſer aller Sünde auf ihn gelegt, und er hat ſein Leben zum Schuldopfer gege⸗ ben“ ꝛc. Daher ſingen und rühmen wir mit allen Freuden, daß Gottes Sohn, der rechte ei⸗ nige Gott mit dem Vater und heiligen Geiſt ſei für uns Menſch, ein Knecht, ein Sünder, ein Wurm worden; Gott ſei geſtorben, Gott trage unſere Sünde am Kreuz in ſeinem eigenen Leibe; Gott hat uns erlöſet durch ſein eigen Blut. Denn Gott und Menſch ſind Eine Perſon: was der Menſch hier thut, leidet und redet, das thut, leidet und redet Gott; und was Gott thut und redet, das thut und redet der Menſch, welcher iſt einerlein Sohn, Gottes und Marien, in ei⸗ ner unzertrenneten Perſon, und zwo unterſchiedlichen Naturen. Der Teu⸗ fel, und ſein Hurenwirth und Hurenjäger, Ma⸗ hometh, und ſeine Schemhamphoriſten, die Jü⸗ den, mögen ſich hieran ärgern, läſtern, fluchen (wer es nicht laſſen kann); aber alleſammt ſol⸗ len ſie im Abgrund der Höllen ewiglich dafür (ob Gott will,) hingehören ſoll, Amen. zittern, zähnklappern und heulen, da nicht lang