# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 03 18_S122 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Chriſtenthum, in der Gottſeligkeit nicht fördern könne! Der liebe Leſer folge doch nicht ſeiner verfinſterten Vernunft und ſeinem verkehrten Herzen, ſondern bedenke, daß die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit der höchſte Schatz unſerer Religion iſt, die Grundlehre in der beſonderen Offenbarung, welche Gott aus ewiger Erbarmung uns gefallenen Menſchen hat zu Theil werden laſſen, und ein Brunnen, aus welchem die mäch⸗ tigſten Sröme göttlicher Erkenntniß und göttli⸗ ches Lebens hervorquellen. Je nachdenkender der Leſer alle Worte des folgenden Zeugniſſes abwägen wird, de ſto mehr herrliche Aufſchluſſe wird ihm dasſelbe geben, und deſto mehr wird es ſeine Seele erfriſchen wie ein lauteres friſches Waſſer und ſtärken wie geſundes kerniges Brod. Das Zeugniß, das wir mittheilen, iſt aus ei⸗ ner der letzten Schriften Luthers genommen, in welcher derſelbe gerade ebenſo eine beſonders be⸗ wunderungswürdige Tiefe der Erkenutniß, als Lebendigkeit und Kindlichkeit des Glaubens of⸗ ö fenbart, nehmlich aus der Schrift: „Auslegung der letzten Worte Davids 2 Sam. 23, 1—7.7,„ welche Luther im Jahre 1543 herausgegeben hat. Der berühmte Seckendorf fällt in ſeinem großen Werke „Geſchichte des Lutherthums“ von dieſer Schrift folgendes Urtheil: „Darüber wird wohl niemand im Zveifel ſein, wer dieſe Ausle⸗ gung geleſen hat, daß dieſelbe von einem ſo gro⸗ ßen Lichte des heil. Geiſtes ſtrahle, daß, wenn ich ein Urtheil habe, gerade aus dieſem Büchlein das deutlichſte Zeugniß für die rechtgläubige — 122— atur, ein ſonderlich Werk gäbe, da die andern zwo nicht mit zu thun haben ſollten, ſo hahe ich die einige Gottheit zer trennet und drei Götter oder Schöpfer gemacht; das iſt falſch. Wiederum, wo ich einer jeglichen Perſon inwendig, in der Gottheit, oder außer und über der Creatur nicht einen ſon⸗ derlichen Unterſchied gebe, die denen andern zweien nicht gebühret, ſo habe ich die Perſonen in Eine Perſon gemenget; das iſt auch falſch. Hierher gehöret die Regel St. Anguſtiui: Opera Trinitatis ad extra sunt indivisa: die Werke, ſo von Gott auswendig der Gottheit ge⸗ macht, ſind nicht zu zertheilen, das iſt, man ſoll die Perſonen nicht theilen in die Werke, einer jeg⸗ lichen von außen ihr unterſchiedlich Werk zueig⸗ nen; ſondern die Perſon ſoll man in wendig der Gottheit nnterſcheiden, und doch allen dreien auswendig ein jeglich Werk ohne Unterſchied zueignen. Als, daß ich Erempel gebe: Der Vater iſt mein und dein Gott und Schöpfer, der mich und dich gemacht hat; eben dasſelbe Werk, das ich und du ſind, hat auch der Sohn gemacht, iſt gleich ſo wohl mein und dein Gott und Schöpfer, ais der Vater; alſo der heilige Geiſt hat eben dasſelbige Werk, das ich und du ſind, ge⸗ macht, und iſt mem und dein Gott und Schöpfer, gleich ſo wohl als der Vater und Sohn. Noch ſiad es nicht drei Götteroder Schöpfer, ſondern ein einiger Gott und Schöpfer unſer al⸗ ler beide. Hier, mit dieſem Glauben verwahre ich inich vor der Ketzerei Arii und ſeinesglei⸗ Theologie Luthers und zwar für ſeine „Erkennt⸗ niß der Wahrheit zur Gottſeligkeit“ Tit. 1, I. genommen werden kann“. (Lib. III. pag. 463.) Wir laſſen nun Luthers Worte aus der be⸗ zeichneten Schrift ſelbſt folgen * * Jetzt laſſet uns dieſe Worte Davids zuvor ab⸗ arbeiten, darin er fein bekennet die zween höchſten Artikel, daß in Gott drei unterſchiedliche Perſo⸗ nen ſeien, und die eine, der Sohn, Menſch wer⸗ den ſollte, und das Reich und Ehre von dem Ba⸗ ter über alles empfahen; und der heilige Geiſt ſolches in der Menſchen Herzen durch den Glau⸗ ben ſchreiben, der es zuvor auch verkundiget hat durch den leiblichen Mund und Zunge der Pro⸗ pheten. Welches auch nichts, denn eitel rechte göttlicher Majeſtät Werke ſind, denn es nicht Menſchen noch Engel Werk, ſolches zuvor ver⸗ heißen und hernach den Glauben in der Menſchen Herzen ſchaffen. Es iſt Gottes Gabe (ſpricht St. Paulus Eph. 2, 8.) ſolcher Glaube, den der hl. Geiſt wirket und gibt. Es iſt auch nicht eines jeden, in der Schrift und Pſalter die gött⸗ lichen drei Perſonen unterſchiedlich alſo zu mierken und zu leſen; denn wo ein fleiſchlicher Verſtand über dieſe Worte kömmit, der lieſet ſie nach ein⸗ ander daher, wie ſie da ſtehen: „Der Geiſt des Herrn hat durch mich geredet, der Gott Israel hat zu mir geſprochen, der Hort Israel hat ge⸗ redt, der gerechte Herrſcher unter den Men⸗ ſchen“ ic. (2 Sam. 23, 2. 3.) und denket nicht anders, es ſei alles von Gott, als von E iner Perſon geredet mit vielen uͤbrigen Worten. Einem Chriſten iſt hier wohl zu merken, daß er, wie Athanaſius ſinget in ſeinem Symbolo, nicht die Perſonen in Eine Perſon menge, oder das einige göttliche Weſen in drei Perſo⸗ nen theile oder trenne. Denn wo ich einer chen, daß ich das einige göttliche Weſen nicht zertrenne in drei Götter oder Schöpfer, ſondern ler CEreaturen. mand hat. behalte im rechten chriſtlichen Glauben nicht ger Gott, gemacht; noch heißt die Taube al mehr, denn den einigen Gott und Schöpfer al⸗Hder heilige Geiſt, oder, wie Lucas ſagt, iſt a Wiederum, wenn ich nun über und außer der ben Geſtalt, und wurde in keinem Weg der chif Schöpfung oder Crearur gehe, in das in wen⸗liche Glaube leiden, daß du wollteſt ſagen dige unbegreifliche Weſen gottlicher Natur, ſoder Taube, das iſt Gott der Vater, oder, dat nnde ich, wie mich die Schriſt lehret, (denn Ver⸗Gott der Sohn; ſondern mußt ſagen, das nunft iſt hier nichts,) daß der Vater eine an⸗Gott der Heilige Geiſt: obwohl Gott der VAFf dere unterſchiedliche Perſon iſt von Sohn und Heiliger Geiſt ein einiger Gott. dem Sohn, in der einigen unzertrenneten ewigen daß du ganz recht ſageſt, von der Taube, dz Gottheit: ſein Unterſchied iſt, daß er Vater iſt,Gott, uud iſt kein andrer Gott mehr; und! und die Gottheit nicht vom Sohne, noch von je⸗unrecht ſageſt, das iſt Gott der Vater, oder . Der Sohn eine unterſchied- der Sohn; ſondern mußtt ſagen, das iſt e liche Perſon iſt vom Vater, in derſelbigender Heilige Geiſt. ö einigen väterlichen Gottheit: ſein Unterſchhied iſt, daß er Sonn iſt, und die Gottheit nicht von ſich iſt mein lieber Sohn ꝛc. eine Ereatur, die ſeibſt, noch von jemand, ſondern alleine vom allein der Vater geſchaffen hat, ſondern auch al Vater hat, als ewiglich vom Vater geboren. Sohn und Heiliger Geiſt, wie geſagt, Opera! Der Heilige Geiſt eine unterſchied⸗ nitatis, daß außer der Gottheit alle Creali liche Perſon iſt vom Vater und Sohn, in zugleich ſind von allen dreien Perſonen, als derſelbigen einigen Gottheit: ſein Unterſchied einem einigen Gott, geſchaffen, und gegen iſt, daß er der Heilige Geiſt iſt, der vom Vater Creatur alle drei Perſonen ein einiger Go und Sohn zugleich ausgehet ewiglich, und die Und wiederum, die Creatur gegen die drei Gottheit nicht von ſich ſelbſt, noch von jemand ſonen einerlei und nicht dreierlei Werke ſind. hat, ſondern beide vom Vater und Sohn zugleich; heißt und iſt dieſelbe Stimme allein des Be ieglichen Perſon von außen, in der Cre⸗ und das alles von Ewigkeit in Ewigkeit. und Wirker iſt aller Dinge. Hier, und kannſt, als ei Chriſt, hier von der Stl mit dieſem Glauben, verwahre ich mich vor der nicht ſagen: das iſt Gott der Heilige Geiſt, Ketzerei Sabellii, und ſeinesgleichen, vor das iſt Gott der Sohn; ſondern mußt ſ Juden, Mahometh, und wer ſie mehr ſind, die das iſt Gott der Vater; obwohl Gott der K klüger ſind, denn Gott ſelbſt, und menge die Geiſt, und Gott der Sohn, und Gott der? Perſonen nicht in eine einige Perſon; ſondern ein einiger Gott iſt; daß du ganz recht ſageſ behalte in rechtem chriſtlichen Glauben drei un⸗ der Stimme: das iſt Gott, und iſt kein a terſchiedliche Perſonen, in dem einigen, göttli⸗Gott mehr; doch unrecht ſageſt: das iſt! Dies alles iſt vielleicht uns Deutſchen ſ oder ſubtil, und ſollte billiger in den Schuuf bleiben. Aber weil der Teufel den Schwanz get in dieſer letzten Zeit, als wollte er gerne a lerlei Ketzerei wieder aufwecken, und die Wel ohne das lüͤſtern und toll worden iſt, neues . hören, und überdrüſſig der heilſamen Leh (wie Sanct Paulus 2 Tim. 4, 3. weiſſaget,) A mit dem Teufel die Thuren aufgeſperret ſin hinein zu fuhren, was er will; ſo iſt es nütze uif noth, daß doch etliche, beide Layen und Geſehmſ ſonderlich Pfarryerren, Prediger und Schulmuſt ſter, von ſolchen nöthigen Artikeln unſers Glgz bens auch lernen denken, und deutſch rede⸗ Wem es aber zu ſchwer iſt, der bleibe mit d Kindern bei dem Catechismo, und bete wider d Teufel und ſeine Ketzerei, wider Juden und hometh, damit er nicht gefuhrt werde in Auferſ tung. Darum, weil wir darauf kommen ſilf wollen wir denen, ſo es gerne haben, mehr Gleiſ niß geben von dem Artikel, daß die einige Gal heit nicht zertrennet, noch die Perſonen in einaſ der gemenget werdeu ſollen, unſern Glauben . ſtärken, und zu bekennen. Am Jordan, da St. Johannes den Ha täufet, thät ſich der Himmel auf, und fuhr⸗ Heilige Geiſt hernieder leiblich, in einer Taul Geſtalt, und des Vaters Stimme ward gehön Dies iſt mein lieber Sohn, an dem ich Wohlz fallen habe, Luc. 3, 22. Hier iſt die Taube ii Creatur, welche nicht allein der Heilige Geiſt ſchaffen hat, ſondern auch der Vater und Sohf wie geſagt, daß Opera Trinitatis adextra indivisa: was Creatur iſt, das hat Gott VI Sohn und Heiliger Geiſt, zugleich, als ein eh der Heilige Geiſt hernieder gefahren in der 0 Alſo it da die Stimme, ſo da ſricht; G chen, ewigen Weſen, die doch alle drei gegen uns der Sohn, oder Gott der Heilige Geiſt; ſ und die Creaturen ein einiger Gott, Schöpfer mußt ſagen: das iſt Gott der Vater. Pla Gleich dem iſt zu reden von der Menſ —