# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 02 18_S112 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Tagen, hatte der unglückſelige Mann alsbald zu deliriren angefangen und während die Prieſter ihn nach ihrer Weiſe zum Tode hatten zubereiten wollen, ihnen nur zugerufen: „Hätten wir nun die 4000 Gülden, wir wollten der Sache wohl Rath finden;“ und nachdem ihm in dieſem Zu— ſtande doch das Sacrament gereicht worden war, hatte er endlich die Sprache verloren, und nach erfolgtem Blutſturz ſeinen Geiſt am 10. Febr. 1543 elendiglich aufgegeben. So meldet Veit Dietrich Luthern von Nürn— berg aus in einem vom 16. Febr. 1543 datirten Briefe. Für einem böſen ſchnellen Tod Behüt' uns, lieber HErre Gott! Zwei merkwürdige Prophezeihungen von unſerer Zeit, die eine von einem Chriſten, die andere von einem Philoſophen. „Es werde nun kommen, und ſind ſchon be— reit vorbanden, die nicht gläuben werden, daz Chriſtus ſei von den Todten auferſtanden, noch ſitze zur Rechten Gottes, und was mehr von Chriſto im Glauben folgt. Die werden dem Faß den Boden anusſtoßen, und des Spiels ein Ende machen, denn damit wird der ganze Chri— ſtus untergehen. Und wird die Welt nichts halten von dem künftigen Leben. So iſt denn Chriſtus nicht mehr. Denn wer das zukünftige Leben nicht hoffet, der darf Chriſti ebenſowenig, als die Kühe und andere Thiere des Paradieſes, weil Chriſti Reich nicht iſt, noch ſein kann auf Erden.“ Luther im Gebetbüchlein.) Unſere Welt wird noch ſo fein werden, daß es ebenſo lächerlich ſein wird einen Gott zu glau— ben, als heut zu Tage Geſpenſter. Und dann wieder über eine Weile wird die Welt noch feiner werden. Und es wird fortgehen mit Eile nun, die höchſte Höhe der Verfeiner ung hinan. Den Gipfel erreichend, wird noch einmal ſich wenden das Urtheil der Weiſen, wird zum letzten Male ſich verwandeln das Erkenntniß. Dann — und dies wird das Ende ſein — dann werden wir nur noch an Geſpenſter glauben. Wir ſelb ſt wer— den ſein wie Gott. Wir werden wiſſen: Seyn und Weſen überall iſt und kann nur ſein — Ge— ſpenſt. Zu dieſer Zeit wird des Ernſtes ſaurer Schweiß von jeder Stirne abgetrocknet werden, weggewiſcht aus jedem Auge die Thräne der Sehnſucht: es wird lauter Lachen ſein unter den Menſchen. Denn jetzt hat die Vernunft ihr Werk an ſich vollendet; die Menſchheit iſt am Ziele: einerlei Krone ſchmücket jedes Mitverklärten Haupt.“ (Lichtenbergs (geſtorben 1799) vermiſchte Schriften. I. 166.) Die h. Schrift, der einige Schiedsrichter in allen Sachen des Glaubens. Immer haben die Papiſten, um die Nothwen— digkeit eines höchſten menſchlichen Auslegers und Richters in der Kirche zu erweiſen, darauf hin⸗ —112— gewieſen, ein nicht theologiſch gebildeter Laie könne unmöglich die rechte Schriftauslegung von der falſchen unterſcheiden und ſelbſt gelehrte The— ologen brächten es hierin nie zu einer völligen Übereinſtimmung; es ſei daher thöricht, daß im Proteſtantismus der Schrift das Amt der Ent— ſcheidung gegeben und in dem Gewirre von Mei— nungen der Chriſt auf dieſelbe verwieſen werde. Ohne einen Papſt, deſſen letzte Entſcheidung Got— tes Stimme ſei, gebe man die Kirche der Will— kühr der Auslegung jedes erfinderiſchen Kopfes preis. Hierauf hat ſchon Chryſoſtomus, jener berühmte Kirchenlehrer des vierten Jahrhunderts Folgendes geantwortet: „Allerdings vermag die Vernunft die göttlichen Wahrheiten in der heil. Schrift nicht recht zu erkennen und zu verſtehen, wenn ſie nicht durch denſelben Geiſt, der dieſe göttlichen Wahrheiten von Anfang an den Men⸗ ſchen geoffenbart hat, durch den heiligen Geiſt, erleuchtet wird. Aber dieſe höchſte Himmelsgabe, ohne welche alles menſchliche Streben und Laufen ein eitles iſt, fehlt auch keinem, der nur ernſilich darnach verlangt, deun der Heiland ſagt: „Bit— tet, ſo wird euch gegeben; ſuchet, ſo werdet ihr finden; klopfet an, ſo wird euch aufgethan. Wo bittet ein Sohn den Vater um Brot, der ihm ei⸗ nen Stein dafür biete? — und wie ſollte der Bater der Geiſter ſeinen Kinderu, die ihn um das Brot für ihre Seele bitten, den heiligen Geiſt ver— ſagen“? (Hom. 33. über die Apoſtolg.). An einer andern Stelle ſchreibt derſelbeChryſoſtomus: „Wer beſtändig die heilige Schrift lieſt und an der Quelle derſelben wohnt, erhält großen Nutzen, der ſich von der Wurzel aus ſeinem ganzen We⸗ ſen mittheilt, wenn er auch keinen Erklärer der h. Schriſt hat.“ Die Chriſten. Sie halten ſich auf der Erde auf, aber ihrWan⸗ del iſt im Himmel; ſie folgen unter allen Völkern den beſtehenden Geſetzen, aber erheben ſich durch ihr Leben über dieſe Geſetze und mit einem Worte, was in dem Körper die Seele iſt, das ſind in der Welt die Chriſten. (Verfaſſer der Epistola ad Diognéetum.) Empfangen für den Ban des evangel. luth. Concordia⸗ College bei St. Vouis: Von den Herren Salomon D. Henkel u. Br. E. Roſchke, Caſſirer. 8 3,00. Erhalten 1) zur Synodal⸗Miſſions⸗Caſſe: Von einem Ungenannten in St. Louis. 8/½00. „ Herrn Huber dad. 50. „ Herrn n2000. „ der inth. Gemeinde in Collinsville, Bll.. . 2/15. „ 4 kleinen Kindern in New Nork. 1,15. „ etlichen Lutheranern daaaꝛauſ.ä „ 66,44. „ den Schulkindern in Addiſon, IIIl. 1227. „ einem Gliede der Gem. des Herrn Paſt. Sauer 1.00. Durch Herrn Paſtor Keyl in Baltimere ſind von Gliedern ſeiner Gemeinde eingeſendet worden 77,00. Ferner: 2) für die Wittwe des Miſſton ar Maier.. 30,00. 3) für den Pfarrbau in Collinsrille .. 26,00. 4) zur Erhaltung der zweiten Profe ſſur am hieſigen Seminar: im Monat November 1850. 13,62. „ „ Februar 1851..231/¾00. Durch Herrn Cinwächter daſ. ebenfalls von eilichen Gemeindeglirdern zu gleichem Behuf.. 500• F. W. Barthel, Caſſirer. Bezahlt den 5. Jahrg. Herr F. Bühler. 5 vie Herren P. Baumgart, F. Büller, P. Büt tner, Deutſchand, Andr. Dreſcher, Dr. Henkel, 7. Horderi, Schnz, Weirich, und Martin Zimmer. Jahrg. die Herren P. Bippus, Chr. Brennecke, P. C. F. Decker, Bauer, Brodbeck, J. H. Budding, F. Bühier, Ctr. Dißmar, J. H. Dennie, J. N. Drege, John Freier, J. Frievtein, Pr. S. G. Hentel, Jac. Hiigty, P. Hordor, (9 Er.) P. Heinr. Iſenſee, Bal⸗ thaſ. Lochl aas, Fr. Louis, Gottiried Müller, Phil. März, Nilas, Radecke, W. Rullmam, Schlagen⸗ hauf, I'. Sauer, (3 Er.IL. Sauer, Ch. Schwerdt⸗ ſeger, I. Sträter, Schindler, C. F. Schaibte, Schulz O. Treute, H. Ufinger, Gerk. Heinzich von dem Fange, Gerh. Heinr. Vornlodt, zogeln an, [2 Er.] 5.. Wehmann 13 Er.], Weirich, Marin Zimmer. den 8. Jahrg. Herr . Heinrich Iſenſet. S Bücher und Pamphlets zu haben in der Erpedition des Lutheraners um die beigeſetzten Preiſe. 1 6. 2 den 7. Dr. Martin vuthers kl. Catechismus, unveränderter Abtruck Das Duppend § 1. Huntert Stück 8 7. Die Verfaſſung der deutſcren evang. iuty. Sonode von Miſteurt, Lrio u. a. St. nebſt einer Einteitung nud er auternden Bemerk. 5. Das Dupend 50; 25 Stück 8 1. Erſter Sonodalber icht der deutſchen evang. luth. Syuode von Miſouri, Oeio u. a. Sl. vom Jarre 1817 Zweiter Sonodalbericht derſelben Synode vom Jahre 1848 Dritter Sonodalbericht verſelben Synode vom Jahre 1819 Dritter Jahrgang des von 1816 — 7. No. 8 — 26. (Ter 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.) Vierter und fünfter Jahrgang des vutheraners 81. Chriſiliches Concordien buch, d. i. Som⸗ Voliſche Bücher der evang. luth. Kirche, New⸗ Aorter Ariegabe in gepreytem veder gebunden Geſpräche wiſchen zwei vutheranern über den Metrodismus, (in Pamphlet⸗ lorm) 1 Stück 5 Dr. Martin vuthers Tractat von der wahren Kirche, 2 Stück 5 Dr. Vuthers Hansp oſtille, oder Predigten über die CLvangerien auf die Sonn- und Zeſitage des gaunzen Harrs, New⸗gorter Ausgabe, 94 bunken in Kalbleder 2 Kirchen⸗Geſangbuch für evang. luth. Ge⸗ meinden, welcbem die ſonn⸗ und feſ.täglichen Periropen beigefügt ſind, vertegt von der lHieſigen vang. luttz. ((Bemeinde U. A. C. in gepreßlem Lederbante, das Stück — 2 Das Dutzend 88 RN 10⁰% Stu S62. 50 5 gegen Vaarzahlnug. A BC-⸗Buch, Rew⸗-Morker Ausgabe, das Stück (Tas Dupend 81.) Johann Hübner BVibliſche Hiſtorien aus dem Alten und Neuen Teſamente. Unveränderter Abdruck, New⸗Yorter Ansgabe, im Einzeinen Lutheraners 81. 25. —* 75. 10. 25. im Dutzend 82. 60. Dr. Martin Lnthers Auslegung des 90. Pfalmé, broſchirt und beſchnitten 15. im Dutzend 81. 50. Sprucbbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auf⸗ trage der Synode von Minouri ꝛc. zuſammenge⸗ tragen von Paſior Fr. Wynecken, das Stitck 15. im Dutzend 81. 50. Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu Bufalo v. J. 1810 nebſt dem zwiſchen ibm und mehreren inty. Paſioren von Miſouri gewechſel⸗ ten Scckriſten ‚ 15. Gedruckt bei Moritz Niedner, Nord⸗Ecke der dritten und Cheſinutſtraße. —.—