# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 02 18_S109 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) gen, — und ſie wäre nicht ein Licht in dem Herrn?! Hat ſie aber auch uns ſchon in's Herz ge— kuchtet und entzündet mit ihrer lautern Lehre, daß wir ſagen können: Nun ſind w ür ein Licht ii dem Herrn? Viele ſind wohl in der evang. lutberiſchen Kirche geboren, aber die evang. luth. Kicche iſt nicht in ihnen geboren! Darum ſud ſie ihr gram, oder kämpfen nicht für ſie am dune der Schlacht. Di luth. Kirche hat das reine Licht, — haſt du es aber auch? haſt du es in's Herz aufge⸗ honmen? DieSonne ſcheint wohl, ſcheint ſie aber auch an alle Plätze? wie viele entlegene Thäler, pie viele Höhlen und Schluchten, wo kein ein⸗ ziger ihrer Strahlen hinkommt, — nnd ſo auch: nie viele Menſchen leben in der lutheriſchen Kuche, in die noch kein Strahl ihres Lichtes ge— lmmen iſt! Bei allem dem, daß das Licht des Gangeliums bei uns ſcheint, leben noch ſo Viele in rer Blindheit, aber durch eigene Schuld, weil ſt die Finſternis mehr lieben als das Licht! In jedent Menſchen muß es, wenn er ſelig verden will, ein „weiland“ und ein nu n* geben; er muß es ſpüren: w eiland war ich Fuſterniß, — und muß es auch ſpüren, daß er kelbrt und belebt worden und daß er ſagen hunn: Run bin ich ein Licht in dem Herrn! ö Was ſind wir denn nun? — Sind wir Ale ein Licht in dem Herrn 7 Iſt uns Gottes Vott nicht mehr fremd, iſt der helle Morgeu⸗ ſern aufgegangen in unſern Herzen? Merket das: Laſſen wir uns jetzt nicht er— leuchten, da das Licht uns noch ſcheinet, ſo wird uns die Nacht überfallen und Finſterniß wird unſer Theil ſein in alle Ewigkeit! O wie ſchön wäre es, wenn die Predigt des Crangeliums unter uns die Wirkung hätte, daß ale Schuppen von den Augen fielen und alle Blindheit von den Herzen, und wenn man euch fagen würde: wer ſeid ihr? ihr getroſt antwor⸗ un tinntet, nicht blos: wir ſind „evan geliſch⸗ lutheriſch“, und unſere Kirche iſt ein Licht in lutberiſche Chriſten ſind ein Licht in dem Herrn! II. Und was ſollen wir? Das iſt die dritte und letzte Reformations⸗ ſuge zur Kirchweihe. Wir ſollen auch w an⸗ deln wie Kinder des Lichts, — wir ſllen unſerer Kirche Ehre machen mit unſerm Leben! Prahle immer damit, daß du luthe⸗ nich, proteſtantiſch, evangeliſch vc. ſeieſt, daß du den Glauben oder die Liebe habeſt, — zeige nir das mit deinen Werken, durch alerlei „Gütigkeit, Gerechtigkeit und Pahrheit“! Beweiſe, daß du ein Licht biſt in Herrn, indem du deinen Glauben bekenneſt, die Schmach der bekenntnißtreuen Kirche trageſt, wang. luth. Miſſion unterſtützeſt, und nach den Geboten des Herrn in Haus, Kirche und Staat nuch waudelſt in dem Lichte, als ein Kind des bts. Beweiſe deinen Glauben und deine litbe, indem du nicht blos diejenigen, welche dem Herrn; ſondern auch: wir evangel. — 100̃— Unions-Werke betreiben, ſondern auch deine lutheriſchen Brüder, deine Haus⸗ und Glaubensgenoſſen, liebeſt und deine eigene Kir— che baueſt. Wie kann der Licht ſein, der ein Hausdieb iſt, der falſche Lehre verbreitet, die Kirchenmengerei begünſtigt, mit der Welt heu— chelt; wie kann der Licht ſein, der nicht auszieht den alten Menſchen mit den Werken der Finſter— niß und anzieht den neuen Menſchen, der nach Gott geſchaffen iſt in rechtſchaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit? Wie kann der Wildſtamm ſa— gen: ich bin ein guter Baum, wenn er das gute Propfreis nicht angenommen und durch dasſelbe auch gute Früchte bringt? Wenn er nicht Jeſum und ſein Licht in ſich aufgenom— men und alſodann die Früchte beweiſet, nämlich (V. 9): „allerlei Gütigkeit, Gerech— tigkeit und Wahrheit?!“ Nicht blos der evangeliſche Glaube im Allge— meinen, ſondern auch das rechte, nothwendig aus dem rechten Glauben hervorgehende Glau— bensleben, ſo wie der treue Glaubens kampf in Haus und Kirche, machen den evang. luthe⸗ riſchen Chriſten aus. So freuet euch denn, daß ihr das Licht jetzt noch haben könnet. O benützen wir dieſesvicht in der Bibel, und in den Bibelgemäßen Zeugniſſen der evangeliſch-lutheriſchen Kirche (ſ. das Concordienbuch). Laßt uns das kurze „Heute“ benutzen; laßt uns abnehmen die Decke, die vor den Augen hängt; laßt uns zu Herzen gehen die göttliche Predigt und laßt uns gründlich bekehrt werden zum Licht, ſonſt iſt die Verantwortung ſchrecklich; denn wer das vicht muthwillig von ſich ſtößt und von demſelbigen ſich nicht richten und führen läſſet auf rechter Straße, wer es in Herz, Haus oder Kirche unter den Scheffel ſtellt, wer nicht bekennt, — von dem wird's einmal heißen: Ich habe ihn noch nie erkannt, bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerſte Finſterniß hinaus, da wird ſein Heulen und Zähnklappen. Davor aber bewahr' uns, Herr, Herr unſer Gott. Amen. Hßr. — 7 — (Eingeſandt von Dr. Sihler.) Denkwürdigkeit aus der letzten Verſamm— lung der Weſt-Ohio-Synode, gehalten zu Nen-Bremen, Ohio, im Inni 1850. Es iſt vielleicht den mehrjährigen Leſern des Lutheraners noch erinnerlich, daß in dieſem Blatte vor etwa drei Jahren die Ohio-Synode wider die Angriffe der ſog. General-Synode ver— theidigt wurde, die es ſehr übel vermerkte, daß ſich jene offen und entſchieden zu ſämmtlichen Symbolen der luth. Kirche bekannt hatte. Zu gleicher Zeit aber wurde der Ohio-Synode aus herzlichem Wohlmeinen auch klar gemacht, w.lche Mißbräuche, in ihrer kirchlichen Handlungsweiſe, die im graden Widerſpruche zu jenem lutheriſchen Bekenntniß ſtünden, ſie nun auch abzuthun habe, wenn dieſes letztere ſolle ehrlich und ernſtlich ge— meint ſein. Einer dieſer Mißbräuche und Mißſtände war nun auch das Bedienen gemiſchter Gemeinden, als ſolcher, von luther. Paſtoren und Gliedern ihrer Synode; denn es iſt klar und offenbar, daß kein bekenntnißtreuer Diener der luth. Kirche einem Reformirten, als ſolchem, mit unverletztem Gewiſſen das heilige Abendmahl reichen kann; denn wenn letzterer auch nach etwaigem Uuter— richte über die luth. Abendmahlslehre derſelben nicht widerſpricht, ſondern in hergebrachter und landesüblicher Gleichgültigkeit ausſpricht, die luth. Lehre ſei nach Gottes Wort, ſo kann doch kein ernſter und gründlicher Prediger ſich dabei beruhigen, ſondern muß nach genauer Berich⸗ tung des Reformirten über die falſche Lehre ſei— ner Kirchengemeinſchaft auch zuſehen, ob dieſer ferner willig ſei, nachdem er ſie als irethümlich erkannt hat, ſie auch als ſolche zu bekennen und zu verwerfen; denn nur daraus kann dem Die— ner der luther. Kirche eine Gewiſſensberuhigung und eine fröhliche Zuverſicht erwachſen, daß jene Anerkennung der luth. Lehre, als ſchriftgemäß, aufrichtig und ernſtlich von dem Reformirten ge— meint ſei und Gottes Wort deſſen Herz gerühret habe. Dann aber ſoll und darf demſelben der luther. Paſtor ſchließlich nicht verhalten, daß er, der Reformirte, nach jetzt erfolgendem Abend— mahlsgenuß mit einer luth. Gemeinde und aus den Händen eines luth. Paſtors auch ein öffent— liches Thatbekenntniß zur luther. Kirche ablege, ja thatſächlich aus ſeiner reformirten Kirchenge— meinſchaft heraus- und in die lutheriſche herein⸗ trete. Denn unmöglich könne er ja, nach er— langter Erkenntniß der Wahrheit und des Irr— thums, mit gutem Gewiſſen fernerhin einer irr— gläubigen Kirche angehören und die gliedliche Gemeinſchaft mit der rechtgläubigen meiden, wo— durch er ja wiederum durch die That die falſche Lehre beſtätigte und die reine verleugnete, mit ſeinem Thun alſo ſein Erkennen Lügen ſtrafte und im Widerſpuch mit ſich ſelbſt geriethe. Wie ſogar nicht es nun der Ohio-Synode anliege, in dem eben angeführten Falle Bekennt⸗ nißtreue zu erzeigen, und ſtatt thatſächlicher Glaubens- und Kirchenmengerei die bekenntniß⸗ mäßige kirchliche Praris, wie eben angedeutet, zu handhaben, dazu liefert zweierlei den unwi⸗ derſprechlichen Beleg. Das eine iſt, daß ſie noch keinen Beſchluß gefaßt hat, nachdem ſie ihr Bekenntniß zu den ſymboliſchen Büchern ausge— ſprochen hat, ihre kirchliche Handlungsweiſe auch in dem vorliegendem Falle demſelben ge⸗ mäß einzurichten, ſondern nach wie vor in den bereits beſtehenden Gemeinden unioniſtiſch fort— handthiert und den Reformirten, als ſolchen, immerwährend das Abendmahl reicht; das an⸗ dere iſt dieſes, daß ſie auch bei Erweiterung ihres Synodalverbandes dieſe loſe und leichtfer⸗ tige Praris beibehält, und ſelbſt ſolche Prediger in ihren Verband aufnimmt, die ſich grade her— aus unioniſtiſch ausſprechen, mithin wider die kirchlichen Symbole in ihrer praltiſchen Ausfüh— rung ſich erklären, zu denen ſich gleichwohl die Synode mit dem Munde bekannt hat. Ein ſolcher Widerſpruch iſt denn auch bei der letzten Verſammlung der weſtlichen Diſtrikts⸗