# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 02 18_S97 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) „Gottes Wort und Juthers Lehr' vergeht nun und nimmermehr.“ — — — — —— —— — — Herausgegeben von 8. —— der Deutſchen Ev. Luther. Synod Redigirt von C. F. W. Walther. — ———— — —— 7 —————— ——.— —— e von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. — (pſenb. Joh. Cap. 14 v. 6. 7.) Jahrg. 7. St. Lonis, Mo., den 18. Februar 1851. No. 13. * dedingungen, Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Eabſcriptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denfelben vorauszube⸗ Udlen und ras Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Lonis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. 1 (Eingeſandt.) nMein lieber Martin? ö Gottes Gnade und Friede ſei mit Dir und Deinem ganzen Hauſe durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum. Amen! Ubrigens biſt Du immer noch derſelbe wunder⸗ liche Geſelle, der Du vorhin geweſen biſt. Da Ihmmſt Du mir nun wieder mit dem ſogenannten „Friedensboten“ hergetrollt, und ſchickſt mir den YHlunder per poste in's Haus, und meinſt, „ich ſulle dir doch meine Meinung ſagen über die „Evangeliſche Kirche“ womit der Bote einher⸗ zieht, es gehe Dir ſo mit der Liebe im Kopfe herum, wöͤßteſt ſchier ſelbſt nicht mehr, was du nach die⸗ ſem von der Lutheriſchen Kirche denken ſolleſt; Der Friedensbote habe Bir dein ganzes Concept Rerrückt.“— Na, nichts für ungut, Martin! wir kennen uns ja ſchon lange, und Du weißt auch wohl wie ch's meine; aber ein närriſcher Kerl biſt Du, und ich glaube fürwahr, wenn Du eine Fliege ſechs Mal mit Schelten und Schlagen von deiner Naſe hätteſt vertrieben, und das unverſchämte Thier käme zum ſiebenten Mal wieder, wie das eer Fliegen Art iſt, fürnehmlich bei ſchwüler ſeuchter Witterung, Du hätteſt nicht mehr den Muth, ſie wegzutreiben, ſondern würdeſt ängſtlich dein deinem Gemüth, und würdeſt denken, ſie hätte Vielleicht ein Recht an deine Naſe, ſonſt würde ſie janicht ſo unverſchämt zu wieder holten Malen ſich darauf ſetzen! Aber da ſei Gott für, daß Unver⸗ ſchämtheit ein Zeichen des guten Rechts ſei, dann hätte der Teufel ſchon längſt gewonnen! Nein, Martin! meinen Rock gebe ich den Armen, und mein Hemd dazu, wenn's darauf ankommt; meine gute Frau macht mir, wills Gott, wohl eines wieder, aber meine Naſe gebe ich den Mücken, und meinen Glauben und meine Kirche den „Evangeliſchen“ nicht, denn die könnte meine Anna mir nicht wieder geben, ſo lieb ſie mich auch hat. Lieber, beſinne Dich doch! Du haſt ja weit mehr gelernt, als ich, obgleich Du nicht halb ſo viel Schläge gekriegt; mehr Judiz haſt Du auch als ich! aber das iſt Dein Fehler, Du hältſt das Deine nicht zuſammen und wenn Du es am nö⸗ kommt vielleicht daher, daß Du zu reich biſt! „Hans“! pflegte meine alte ſel. Großmutter zu ſagen, — Du errinnerſt dich ja noch der lieben alten Großmutter? — „Hans“ pflegte ſie zu ſa⸗ gen, wenn ich wieder mit dem gebläuten Rücken zu Hauſe geſchlichen kam, und meinen vor Wei⸗ nen und Ärger rothen Kopf in ihren Schooß ſteckte, „hab dich nicht ſo! Sieh, wenn du hätteſt geſcheuter ſein ſollen, ſo wäre es dem lieben Herr Gott ein Leichtes geweſen, dich geſcheuter zu ma⸗ chen, daß du auch wohl die wunderlichen Dinge, die man jetzt in der Schule treibt, und wovon man zu meiner Zeit, Gott ſei Dank, nichts ge⸗ hört hat, könnteſt lernen, ſo gut wie die andern, aber es iſt ſo beſſer mein Kind, glaub mir's. Sieh du nur zu, daß du das Bischen Verſtand, das Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen aber. welches Geſchäftliches, C. . Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreffe Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W thigſten hätteſt, ſo läßt Du's fahren, und das Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. du haſt, immer hübſch beiſammen hältſt auf einem Flecke, ſo kommſt du auch ſchon durch! Mit viel hält man Haus, mit Wenig kommt man aus!“ — Das hab ich mir gemerkt, und da ich keinen beſ⸗ ſern Fleck wußte, wo ich mein Bischen Verſtand ſo beieinander halten könnte, ſo habe ich ihn ganz in Lutheri kleinen Catechismus, Gottes liebes Wort, und in noch ſo'n Paar alte Bücher geſteckt, und da bin ich denn, Gott ſei Dank, auch ſoweit mit durchgekommen, und denk's auch mit Ihm zu Ende zu bringen; wenigſtens die „Evangeliſchen“ krie⸗ gen mich noch lange nicht, und über Deinem „Frie⸗ densboten“ laſſe ich mir noch nicht einmal die Pfeife ausgehen. Wenn eine ſchwere Zeit kommt, Martin, ſo ſcha⸗ det ſie kleinen Kapitaliſten nicht viel (N.B. wenn ſie keine Schwindler ſind), denn ſie zerſtreuen ihr Capital nicht, und können dann einen Ruck vertra⸗ gen, die großen Capitaliſten. die viel Geld haben, vielleicht noch mehr Credit, die wagen's ſchon dar⸗ auf und legen's hie an und da an, und gehen auch noch wohl darüber hinaus, kommt denn nun ſo ein Ruck, ſo haben ſie das Ihre nicht gleich beieinander, und da brichts denn. Du verſtehſt wohl, was ich meine, Martin, und wirſt nicht böſe, wenn ich dich ſo bei Wege lang hinweiſe auf Matth. 11, 25. „Aber“ ſagſt Du, „Du ſprichſt da ganz gut, aber wie hilfſt du dir denn heraus? Da ſieht es ja gedruckt im „Friedensboten!“ — Gar nicht helfe ich mir heraus; der ganze Betzel ſicht mich ar nichts an, es mag geſchrieben ſtehn im „Frie⸗