# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 01 21_S88 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) und lauter geſinnte Kirc genheit, ihrem geiſtl. Vater ihr Herz aufzuthun, ihre beſondere Noth und Anliegen ihm zu ſagen und die entſprechende Belehrung, Rath, Troſt und Vermahnung aus und nach Gottes Worte zu begehren. Da bildet ſich nun durch gegen⸗ ſeitiges Geben und Nehmen ein herzliches Lie⸗ besband in Chriſto zwiſchen dem treuen Hirten und den ihm befohlenen Schäflein Chriſti, die mit Luſt und Frucht ihres und ſeines HErrn Stimme aus ſeinem Munde vernehmen. Er nimmt an ſich die beſondere Nothdurft eines jeg⸗ lichen und giebt dieſem dafür aus der Speiſe⸗ kammer und der Apotheke der h. Schrift die noth⸗ wendige Nahrung und Arzenei; dagegen nimmt das Schäflein gern und willig ſolche heilſame Gabe als aus Gottes Händen und giebt dafür dieſem und deſſen Haushalter herzlichen und kind⸗ lichen Dank; und dieſem wird es hiebei auch ſonſtig nicht gebrechen, zugleich als geiſtlicher Hausvater, aus ſeinem Schatze Altes und Neu⸗ es hervorzutragen, das da nützlich iſt und zur Beſſerung dienet und lieblich und holdſelig zu hören. Auch geſchieht es durch ſolche echt-evan⸗ gel. Seelenpflege der Einzelnen, daß ſeine Pre⸗ digten nicht blos lehrhaftig, ſondern zugleich auch ſeelſorgeriſch ind erbaulich ſind. In Hinſicht aber auf das andere Stück, ſo iſt dies auch eine heilſame Wirkung der Beichtan⸗ meldung und ein Grund mit für ihre Einfüh⸗ rung, daß ſie großentheils die Falſchen und Störrigen vom unwürdigen Genuß des h. Abend⸗ mahls zurückhält. Zwar iſt es unmöglich, daß ſie diejenigen Heuchler fernhalte, welche die Form der Lehre auswendig wiſſen, aus ihrem Aben d⸗ mahlgehen aber doch ein Werk machen, und in blos geſetzliche Ehrbarkeit und bürgerliche Recht— lichkeit ihr Chriſtenthum ſetzen: aber dennoch giebt es unlautere Geiſter, welche das Licht ſcheu⸗ en und ſich fürchten, offenbar zu werden, und Hoffärtige, denen es niedrig und ſchimpflich er⸗ ſcheint, dieſen und jenen Fragen Rede zu ſtehen; und dieſe laſſen ſich gern durch die Beichtanmel⸗ dung vom h. Abendmahl abhalten, zu dem ſie eben durch ſolche Herzensſtellung auch ganz un⸗ tüchtig ſind. Zum Vierten ſpricht für die Beichtanmeldung die kirchliche Zucht und Gewöhnung der lieben Jugend. Es iſt nämlich auch für die Confirmirten von nicht geringer Wichtigkeit, daß.ſie in ſtetiger Ue⸗ bung und Anwendung des Katechismus und, der begründenden und belegenden Bibelſtellen die ſie früher erlernt haben, gehalten werden. Dazu nun iſt die Beichtanmeldung ein vor⸗ treffliches Mittel; denn durch ſie bleibt der Leh⸗ rer und Vater in Chriſto mit ſeinen heranwach⸗ ſenden Kirch- und Beichtkindern in ſtetem Zu⸗ ſammenhange, um ſie, je nach Herzensſtand, Er⸗ kenntniß, Wandel und Uebung der Gottſeligkeit, zu befragen, zu berichten, zu ſtrafen, zu vermah⸗ nen, zu warnen, zu locken und zu tröſten und darin den Katechismus fleißig anzuwenden. Und auch durch ſolches Verfahren im Verein mit der andern Weide und Pflege durch Predigt und Ka⸗ techeſen wird allmählich im Laufe der Jahre und — ⁴ Whrghnte unter Gottes Gnade und Segen ein neues, kirchlich geſundes Geſchlecht, kernhafte Söhne nnd Töchter der h. Kirche und des lieben Katechismus auferzogen, die da ſind tüchtig in der Geſinnung, feſt in der Lehre, geſchickt zur Wehre, geſund im Glauben, treu in der Lirbe, geduldig in Trübſal und fröhlich in Hoffnung, die da anhalten am Gebet. — für die Einführung der Beichtanmeldung, und der bis daher unkundige, aber aufrichtige und wahrheitsluſtige Leſer wird daraus genugſam erſehen, wie gar heilſam und wohlthätig ſie für jedes einzelne Kirchkind ſei, wenn ſie recht evan⸗ geliſch gehandelt wird, und wie hier nichts von papiſtiſchem Beichtzwang und Ohrenbeichte zu Geſetz, wo ſeine Vorhaltung und Schärfung nöͤ⸗ thig erſcheint, dennoch im evangeliſchen Sinne und Geiſte zu Nutz und Frommen der Seelen angewendet werde. So möge denn unter Gottes Segen das hier Geſagte auch etwas dazu beitragen, die gehegten Vorurtheile wider die ſo unſchuldige und wohl⸗ thätige Beichtanmeldnng beſeitigen und ein ge⸗ ſundes Urtheil über ſie bilden zu helfen. — ——— ——— Scharfſinnige Art und Weiſe, wie ein Jeſuit bewieſen hat, daß es ſieben Sacra⸗ mente geben müſſe und nicht blos zwei. So ſchreibt der Jeſuit Georg Scherer in ſei⸗ ner Poſtille (Predigt über das Ev. des 7. Sonnt. nach Trin. pag. 499): „Unter andern fluchet man bei Gottes 7. Sacramenten, ja bei 7000 und 700,000; bei wenigern Sacramenten, als bei 7, hat nie kein Landsknecht jemals geſchol⸗ ten; denn wer hat einen hören fluchen bei zwei, drei, oder vier Sacramenten? Wie es denn lä⸗ cherlich lautete, wenn jemand ſpräche, daß Dich Gottes zwei oder drei Sacrament ſchänden; ſo gar iſt's ungebräuchlich, daß weniger als 7 Sa⸗ crament ſein ſollen.“ (Dieſer Scherer war von Schwatz in Tyrol gebürtig, ſchrieb mehrere Streit⸗ ſchriften gegen die Lutheraner, unter anderen eine Schrift mit dem Titel: „Der lutheriſche Bettlersmantel“; einſtens vermaß er ſich, er wolle das Licht ſeiner Augen verlieren, wenn die katholiſche Religion falſch ſei, und was geſchah? Nicht lange darauf erblindete der unglückſelige Mann und ſtarb 65 Jahre alt im Jahre 1605 plötzlich am Schlage. Nichts deſto weniger hat man nach ſeinem Tode ſeine vielfach läſterlichen Schriften geſammelt und dieſelben, München 1614, herausgegeben.) Empfangen für den Bau des evangel. luth. Colleg: bei St. Louis. Zweite Sendung durch Herrn P. Selle in Chicago, und zwar: von einem Ungen annten 910, 00. „ Herrn Mich. Hemrich 1, 00. 1 „ Aug. Claus. 3, 00. Summe 814, 00. E. Roſchke, Caſſirer. 8* . Dieſes wären nun die 4. vornehmſten Gründe hören und zu ſehen ſei, ſondern auch das göttl. Erhalten 1. für das luther. Concordia-⸗Seminar bei St. LVouis: von Herrn Dr Oskar Hunzer „der Gemeinde des Herrn P. Wichmann in Cincinnati, O. 810, 00. 2.) zur Synodal-Miſſions⸗Eaſſe: Von Herrn Voß in Neumelle 51, 00. „ der Gemeinde des Herrn P. Schmidt in Cle⸗ veland, O. 7, 00. Sammiung bei einer Hochzeit in Collinsville 2, 55. Von Herrn Dr. Hunger 2, 00. „ der Gemeinde des Herrn P. Rennicke in Co⸗ lumbia, Ill. 2, 75. „der Gemeinde des Herrn P. zur Mühlen in Zanesville, O0. 7, 00. „ der Gemeinde des Herrn P. Wichmann in Cineinuati, O. „ „ Herrn Heinrich Landwehr in Lawrence⸗ burg, Ja. 25. F. W. Barihel, Caſſirer. ö Bezahlt den 6. Jahrg. die HH. Auguſt Claus, Carl Phil. Ger⸗ mann, Mich. Hemrich, Ludwig Jung, Kratzer, Conrad Michel, Will Ruſt, Ruth, Juſtine Franke. „ 7. Jabrg, die HH. E. A. Arring, Clriſian Buſcheck, P. J. G. Böhnt, Chrißoph Dörrſefot, Jacob Fi⸗ ſcher, Carl Plil. Germann, Clriſfian Herrling, Dr. Hunger, Hahn, 5. Joun Iſenſee, Madame Jockers, Carl Koch, Kratzer, Heinrich Landwehr, Adolf Melſcher, W. Rödiger, Miss Angelita Rö⸗ der, P. Rennicke, P, Erbard Riedel, Ferdin and Tönſing, Ernſt Voth, P. Wichmann (2 Ex.). ·XA Bücher und Pamphlets zu haben in der Erpedition des Lutheraners um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unveränderter Abdruck Das Dutzend à 1. Hundert Stick 8 7. Die Verfaſſung der deutſchen evang. luth. Synode von Mitouri, Ofio u. a. St. nebſt einer Einleitung und er.äuternden Bemerk. Das Dutzend 50; 25 Stück § 1. Erſter Synodalbericht der deutſchen evang. luth. Son ode von Miſſouri, Obio u. a. St. vom Jarre 181 ‚ Zweiter Synodalbericht derſelben Synode vom Jahre 1848 Dritter Synodalbericht derſelben Synode vom Jahre 1819 Dritter Jahrgang des Lutheraners von 1816 — 47. No. 8 — 26. (Der 1. u. 2. Jaurgang ſind vergriffen.) Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners 81. Cregt Bi 6 Concordien buch, d. i. Som⸗ boliſche Bücher der evang. luth. Kirche, New⸗ Rorker Ausgabe in geprehtem veder gebunden 81. Geſpräche zwiſchen zwei vutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 1 Stück Dr. Martin Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 Srück Dr. Luthers Hauspoſiille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn⸗und Feſttage des ganzen Jahrs, New⸗HNorter Ausgabe, ge⸗ bunden in Kalbleder Kirchen⸗Geſangbuch für evang. lutb. Ge⸗ meinden, welchem dit ſonn ⸗ und feſttäglichen Periopen beigefügt ſind, verlegt von der kieſigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepretztem Lede dande; dend 88 as Dußen 100 Stick ö62. 50 5 gegen Baarzahlung. A BC⸗Buch, New ⸗Vorker Ausgabe, das Stück (Das Dußend 51.7 Johann Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten und Neuen Teſtaprente. Unverändert er Abdruck, New⸗YNorker Ausgabe, im Einzelnen 25. im Dutz end 32. 60. Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms, broſchirt und beſchnitten 15. im Dutzend 81. 50. Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auf⸗ trage der Synode von Mitouri ꝛc. zuſammenge⸗ tragen von Paſtor Fr. Wynecken, das Stück 15. im Dutzend 81. 9. Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu Buffalo v. J. 18 10 nebſt dem zwiſchen im und mehreren luth. Paſtoren von Miſſouri gewechſel⸗ ten Schriften 10. 10. 10. 10. 2. 7 75. 10. Gedruckt bei Moritz Niedner, Nord⸗Ecke der dritten und Cheſtnutſtraßt.