# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 01 07_S73 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) „Gotte ——— — — —— s Wort und Luthers Lehr' vergeht nun und nimmermehr.“ ——— ——————— — ———————————ͤßx—ßx‚7:‚‚— iJ: —5!- Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. Redigirt von C. F. W. Walther. * (Offenb. Job. Cav. 14 v. 6. 7.) Jahrg. 7. St. Louis, Mo., den 7. Januar 1851. No. 10. Aedingung en; Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Mrivtienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗ ſihien und rus Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Ceuts verkauft. Nur die Briefe, welche Mittbeilungen für tas Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen aber, welches Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. Calvinismus. Die Verſuchungen für uns Lutheraner, das *fleinod der reinen Lehre, das uns durch ſo viele eiße Kämpfe unſererVäter bis aufs Blut wieder enungen und vererbt worden iſt, wieder hinzu— geben, werden in unſeren Tagen und auch in erſem unſerem neuen Vaterlande immer größer und gefährlicher. Nicht die offenbaren Feinde itdoch ſind es, von denen uns die größte Gefahr noht, ſondern die, die ſich in unſere Freunde, in Bekenner unſerer Lehre verſtellen, während ſie das Gift falſcher Lehre in ihrem Buſen bergen. Rle andere Blätter überbietet hierin der ſoge⸗ nannte „Friedensbote“ zu St. Louis. Dieſer undet oft vom heiligen Abendmahle und von der „heiligen Taufe ſo, daß ein mit den Schlichen des cllboiniſtiſchen Geiſtes Unbekannter leicht betrogen RPperden kann. Es thut daher noth, daß man die Geſchichte der Kirche fleißig ſtudire und ſich die Thatſachen immer aufs neue ins Gedächtniß rufe, velche es beweiſen, daß das zu den charakteriſti⸗ ſchen Merkmalen des Calviniſtiſchen Geiſtes, im „Ergenſatz zu dem ehrlichen, wenn auch gröberen Zwinglianismus, gehört, int Herzen die falſche Lehre feſtzuhalten und ſich in Ausdrücken den Rechtgläubigen auf eine kaum glaubliche Weiſe zu nähern, um dieſe ſicher zu machen, ſie zu einer UUnion ohne Wahrheit zu verleiten und endlich, wenn die kirchliche Einigung erfolgt iſt, der nlichen Lehre die alleinige Herrſchaft zu verſchaf⸗ en. Sowohl die ältere als neuere Geſchichte derKirche iſt an ſolchen Thatſachen reich. Einige derſelben erzählt K. Ströbel in dem zweiten Jahrgang der Rudelbach —Guericke'ſchen Zeit— ſchrift. Wir theilen dieſelben hierdurch mit. Ströbel ſchreibt nehmlich in der genannten Zeit— ſchrift Folgendes: „Als Buzer noch in Straßburg lehrte, hatte er zum Mitarbeiter einen Franzoſen, Johann Calvin. Jedermann hielt dieſen für einen Freund der Wittenbergiſchen Concordie, und ob⸗ ſchöͤn er es im Herzen nicht war, ſo hütete er ſich damals doch ſehr, rein mit der Sprache heraus⸗ zugehen. Da er überdies die Kunſt, ſich doppel⸗ ſinnig auszudrücken, gründlicher verſtand und kühner ausübte, als irgend einer von ſeinenZeit⸗ genoſſen, auch Buzer ihn als einen Glaubens-⸗ verwandten mit zu den Colloquien in Worms und Regensburg gebracht hatte, ſo ſtanden viele der angeſehenen evangel. (lutheriſchen) Theo⸗ logen Deutſchlands in freundlichen Verhältuiſſen und vertrautem Briefwechſel mit ihm, während er von den Schweizern für einen Gegner Zwing⸗ li's angeſehen wurde. Das Interim, in Folge deſſen Calvin nach Genf kam, zerſtörte die Täuſchung. Bald nach dem Antritte des neuen Lehramtes vereinigte er ſich mit den zwingliſch Geſinnten zu einem Consensus mutuus in re Sacramentaria (v. i. zu einer gegenſeitigen Ilber⸗ bereinkunft in Betreff des Sacramentsſtreites), in welchem die evangeliſche (luth.) Abendmahls— lehre und ihre Vertheidiger verworfen, dagegen Zwingli's Meinung als die richtige anerkannt wurde. Die betreffenden Worte lauten: „Die⸗ jenigen, welche in den feierlichen Worten des Abendmahls: „das iſt mein Leib, ſtracks auf den buchſtäblichen Sinn, wie ſie reden, dringen, verwerfen wir als verkehrte Ausleger. Denn wir ſtellen es außer Streit, daß ſie figürlich (bildlich) zu verſtehen ſein, ſo daß das von Brod und Wein geſagt wird, es iſt, was dasſelbe bedeutet. Hiernach konnte es nun keinem Zweifel mehr unterliegen, daß Calvin ein reiner Zwinglianer und nichts anderes war. Sein Gerede vom geiſtlichen Genuſſe kann für die Hauptſache darum von keiner Bedeutung ſein, weil ja nebenbei unaufhörlich eingeſchärft wird, Chriſtus ſei mit ſeinem Fleiſche und Blute ſoweit vom Sacramente entfernt, wie der Himmel von der Erde. Damit, daß er nur den geiſtlichen Genuß des Leibes und BlutesChriſti anerkennen will, den leiblichen oder mündlichen aber ver— wirft, leugnet er überhaupt das Vorhandenſein und den Empfang der himmliſchen Beſtandtheile des Abendmahls, und ſeine Bemäntelungen glei⸗ chen vollkommen denen eines Mannes, der 3.B. nicht an die Aluferſtehung derTodten glanbt, ſeinen Unglauben aber nicht will laut werden laſſen und darum den ganz fremdartigen Artikel von derWiedergeburt, welche nach der heiligen Schrift eine geiſtliche Auferſtehung genannt wird, mit allen erſinnlichen Farben aufzuſchmücken ſucht und dann ſeinen Gegnern vorwirft, ſie haderten blos um den „modus“ (um die Art und Weiſe, Um das Wies) der Sache, inſofern er nur keine 222 I