# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 12 08_S71 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) tige und im Kreuze geduldige Gemeinden, Eins in demſelben Glauben. in derſelben Liebe und in derſelben Hoffnung, allmählig heranzubilden: — ſo hat der Einſender dieſes die brüderliche Vermahnung nicht zurückhalten wollen. —+* — ———— (Einge ſandt.) Oeffentliches Bekenntniß. Durch Gottes Gnade bin ich zu der Erkennt⸗ niß gekommen, daß die Buffaloer deutſch⸗lu⸗ cheriſche Synode, der ich bis zſum Monat Sep⸗ ember d. J. angehörte, einen falſchen Stand⸗ punkt einnimt hinſichtlich der Lehre vom hei⸗ ligen Predigtamt, Beruf, geiſtlichen Priſterthum, chriſtlicher Freiheit, ſo wie hinſichtlich der Pra— ris, namentlich des Kirchenregiments, Bannes, der Kirchen-Ordnung und des Verhältniſſes des Paſtors zu der Gemeinde, und deren von Gott ihr verliehenen Rechten, wie ſolches von Herrn Paſtor Grabau zu Buffalo in ſeinem be⸗ kannten Hirteubriefe zuerſt aufgeſtellt, nach⸗ her von ihm und auch von mir und den übrigen Paſtoren jener Synode wider die richtigen Wi⸗ derlegungen der Herren Paſtoren Löber, Wal⸗ ther und Keyl, feſtgehalten und verthei⸗ diget worden iſt. Dieß iſt noch beſonders zu etſehen aus Herrn Paſtor Löbers Schrift: „der Hirtenbrief des Herrn Paſtor Grabau“c. und aus dem Zweiten Synodalbrief der Buffaloer Spnode von 1848, Seite 90 bis 147. Die ehrwürdige deutſch⸗lutheriſche Spnode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten hat dagegen ihrenrechtgläubigen Standpunkt in Lehre und Praxis bewieſen, iſt aber mit ihren in Gottes Wort gegründeten und alſo mit den ſymboliſchen Büchern unſerer evangeliſch lu⸗ theriſchen Kirche übereinſtimmenden Beweiſen von der Buffaloer Synode, und alſo auch von nir, feindſelig zurückgewieſen worden, wie der genannte Zweite Synodalbrief von 18⁴⁸, gedruckt 1850, ſattſam bekundet. Da Gottes Wort uns befiehlt, von der Unge⸗ uchtigkeit abzutreten (2 Timoth. 2, 19) und den Weg der Wahrheit zu erwählen (Pſ. 119, 30), ſo habe ich, nachdem ich durch Gottes Gnade die Irthümer in Lehre und Praxi, an denen das Miniſterium und die Synode, dazu ich bis Mo⸗ nat September d. J. gehöret, feſthalten, er⸗ kannt, mich davon losgeſagt und dieſe Irrthü— mer und Feindſeligkeit, darin ich wider die ehr⸗ würdige Spnode von Miſſouri geſtanden, der⸗ ſelben bekannt und abgebeten. Solches thue ich hiermit öffentlich vor Gott und ſeiner Kirche, be⸗ kenne mich aufrichtig zur Lehre, Bekennt⸗ niß und Glauben genannter evangeliſch⸗lutheri⸗ ſchen Spnode von Miſſouri, Ohio ꝛc., und wün⸗ ſche, daß noch viele die Wahrheit erkennen und ſich dadurch frei machen laſſen mögen von der Renſchen Geſatz in allem, was Glaube und Se⸗ ligkeit betrifft. Gott aber ſei Dank für ſeine unausſprechliche Anade, die er mir bewieſen! Er erhaltt mich darin bis an das Ende, aus lauter Gnade und Erbarmung. Amen. Detroit, den 5. December 1850. Leberecht Friederich Ehregott Krauſe, ev. luth. Paſtor. DFꝗ Kirchliche Nachrichten. Am 25. Sonnt. p. tr. den 17. Novemb. I. J. wurde Herr P. Johann Jakob Meißner, früher im Staate Indiana als Pfarrer ange⸗ ſtellt, nachdem er bei der Synode v. Miſſouri, Ohio u. a. St. colloquirt hatte, auch ſein Amts⸗ wechſel unanſtößig gefunden und er veranlaßt worden war, die bei der Synode vorliegende Berufung zumPfarramte in Colecamp BentonCo. Mo. anzunehmen, von ſeinem neuen Amtsnach⸗ bar P. Wege, öffentlich daſelbſt eingeführt. Unter großer Bekümmerniß hatte ſich Herr Paſt. M. von dem Krankenlager ſeines jüngſten Kindes losgeriſſen, um ſeine Antritspredigt zu halten — er predigte über 1. Cor. 2. 1. 2. — jedoch ſchon wenige Tage darauf ward dieſes Krankenlager zum Sterbebettlein, und ehe er am nächſten Sonntage wieder predigen konnte, ward der Leichnam des kleinen Immanuel gar nahe der Wohnung begraben, in welcher die leidtra⸗ gende Familie hinfort wohnen ſoll. — Möge dieſer Thränen⸗Saat die Freuden⸗Ernte nicht ausbleiben, beiden, für den neuen Seelſorger und für ſeine Gemeinde. Addr: Rev. I. I. Meissner P. O. Oolecamp Benton Co. Mo. Philadelphia, den 29. Nov. 1850. Geliebter Freund und Bruder! Der getreue Gott hat in den letzten Tagen uns ganz beſonders viel Gnade erwieſen. Die Evang. Luth. Gemeinde in Philadelphia hatte mich berufen und erwartete mit großer Sehn⸗ ſucht die Zeit, da ich meiner Gemeinde in Ma⸗ ryland einen Hirten zufüͤhren und ſelbſt nach Philadelphia ziehen könnte. Als ich nun vor vier Wochen von einem Beſuche in Philadelphia wieder in Baltimore eintraf, fand ich dort Herrn Wilhelm Nordmann aus Banteln im Hañover⸗ ſchen, der vom Evangeliſch Lutheriſchen Conſi⸗ ſtorium in Hannover examinirt und ordinirt, bereit war, dem Herrn in Seiner Hlg. Kirche hieſigen Landes zu dienen. Wir begaben uns ſogleich in die Landgemeinden St. Johannis in Baltimore Co. und St. Petri in Harford Co. Mo, hinaus. den Stellen und an einem damit verbundenen Predigtplatze in und um Warren, Baltimore Co., wo ſich eine kleine Anzahl von Deutſchen um die Predigt des Wortes Gottes verſammeltz die Zeugniſſe des Herrn Nordmann wurden ein⸗ gefehen und ihm eine ordentliche Berufung er⸗ theilt. Darauf machten wir mit einander die Anzeige bei Herrn Pfarrer Brohm in New⸗York als dem Vicepräſes unſerer Synode für den Oſten, nnd derſelbe beauftragte den Heurn, Pfar⸗ rer Keyl in Baltimore, den Herrn Nordmann in ſein Amt einzuweiſen. Am 26. Sonntage uach Trinitatis trafen wir Morgens 10 Uhr mit den Gliedern der Sk. Johannis Gemeinde in dem kleinen ärmlichen Schulhauſe zuſammen, Herr Nordmann predigte an bei⸗ welches uns bisher ſchon oftmals für unſeren Gottesdienſt dienen mußte. Der liebe Gott, der ſchon drei vorhergehende Sonntage unſere Arbeiten min dem ſchönſten Wetter begünſtigt hatte, ſchenkte auch diesmal wieder dieſe liebliche Gabe, ſo daß die Gemeindeglieder, die über ei⸗ nen weiten Raum zerſtreut wohnen, in voller Anzahl erſcheinen konntenz auch manche deut⸗ ſche Nachbarn und einige Freunde von Balti⸗ more waren gekommen. Die kleine niedere Hütte wurde zum freundlichen Gotteshauſe. Nachdem ich die Beichte gehalten hatte, ſangen wir: „O heilger Geiſt. kehr bei uns ein;“ ich verlas das Evangelium des Tages, betete den Glanben und trug dann den Brief des Herrn Pfarrer Brohm vor, durch welchen er den Herrn Pfarrer Keyl beauftragt hatte. Wir ſangen darauf „Ach, bleib bei uns, Herr Jeſit Chriſt“ und Herr Pfarrer Keyl predigte 1 Kor. 3, 9 die Beſtimmung, die Pflicht und den Troſt des chriſtlichen Predigers und der chriſtlichen Gemeinde. Nach der Predigt trat Herr Nordmann ſammt den Vorſtehern der Ge⸗ meinde vor. Mit den ehrbaren Worten der Väter zeigte Herr Pfarrer Keyl die Hlg. Hand⸗ lung anz er ermahnte zuerſt den neuberufenen Pfarrer, ſeine Schäflein mit reiner heilſamer Lehre und rechter Verwaltung der Hlg. Sa⸗ cramente treulich zu verſorgen, ſie vor Irrthum und falſcher Lehre ernſtlich zu warnen und zu thüten, gegen alle, namentlich auch gegen die Jugend und die Kranken ein vaͤterliches, freund⸗ iches und treues Herz zu tragen, ein Vor⸗ bild zu ſein ſeiner Heerde mit einem ehrbaren, nüchternen Leben in aller Gottſeligkeit. Als dann der Herr Pfarrer Nordmann anf die Frage, ob er ſolches mit Gottes Hülfe zu thun bereit ſei, mit „ Ja“ geantwortet, wies Hr. Pfarrer Keyl ihn in ſein Amt ein im Namen des dreieinigen Gottes. Hernach ermahnte er die Gemeinde, das Wort Gottes fleißig zu hö⸗ ren und die Hlg. Sacramente wohl zu gebrau⸗ chen, der Predigt ihres Pfarrers Gehorſam zu leiſten, ihm die gebührende Ehrerbietung zu be⸗ beweiſen und ſein Einkommen treulich darzurei⸗ chen. Endlich nahm er auch inſonderheit den Vor ſtehern das Verſprechen ab, ihres Amtes treulich und in Einigkeit mit dem Hr. Pfarrer zu warten und deſſen Mithelfer zu ſein in Verwal⸗ tung des Kirchengutes und Einkommens, Haud⸗ habung guter Zucht nnd Ordnung und dergl. mehr. Zum Schluß betete er über dem Pfarrer und für die Gemeinde und die ganze Lutheriſche Kirche. Nach dem hlg. Vaterunſer ſangen wir „Ehr ſei dem Vater und dem Sohn“, und Herr Pfarrer Nordmann theilte das Hlg. Abendmahl aus, welches ihm ſelbſt zuerſt von Herrn Pfar⸗ rer Keyl gereicht wurde. Nachmittags begaben wir uns in die St. Pe⸗ tri Gemeinde, Harford Co, wo dieſelbe Hand⸗ lung zur großen Erbanung der Gemeinde vorge⸗ nommen wurde, nur daß nicht die Austheilung des Hig. Abendmahles damit verknüpft war. Der liebe Gott hat dieſe Gelegenheit wahrge⸗ nommen, beide Gemeinden merken zu laſſen, daß ſie mit den köſtlichen Schätzen der reinen Lehre und der rechten Verwaltung der Hlg. Sa⸗ cramente, aber auch mit ihrer großen Anfech⸗ tung zu Verzagtheit nicht allein ſtehen, ſondern in einer Gemeinſchaft, die mit ihnen glaubet und bekennet, mit ihnen betet, lobet und danket, mi