# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 10 27_S47 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Wird Euch deßhalh nicht wundern, liebe eeſer, wenn ihr vernehmet, daß der Teufel Merdanſchläge gemacht und etwa wie bei Hiob ge⸗ ſprochen hat: „Haſt du doch ihre Häuſer und was ſie kaben verwahret. Aber recke deine Hand kans und taſte ihr Gebein und Fleiſch an; was hgilt's, ſe werden dich in's Angeſicht ſegnen?“ Den 29. September machten ſich drei Männer Reter Ninikasoug, Samuel Beneswabe und Ja⸗ cob Nackchigam nach dem Gottesdienſte reiſefer⸗ n, um einize Bedürfniſſe in Saginaw zu holen. Da ſie aber die Nacht übereüte und ſie des ſtar⸗ Aien Windes kalber in Gefahr kamen, den Kahn zu fullen, beſchloſſen ſie, in der Nähe des Fluſſes Bedaänikiü zu übernachten. (Am gedachten Ort wohnt ein Franzoſe, welcher mit den Jn⸗ dianern handelt und ſehr viel Branntwein unter ſe verkauft.) Sie fanden daſelbſt Nacktſchigo⸗ mamit Andern ſeiner Bande betrunken, (unter welchen ſich einer befand, der etwa acht Tage zu⸗ vor Br. Auch und mir in den Weg trat); da ſie ſich aber ſebr freundlich gegen dieſe Männer be⸗ zeigten, ahnten ſie nicht Arges; ſie fragten den Franzeſen um Erlaubniß, ihr Zelt an ſeiner Hütte außuſchlagen und legten ſich ſchlafen. Doch was . geſchah? Etwa um Mitternacht ſchlich ſich Nackt⸗ ſihigemä in ihre Rähe und ſtach P. Ninikaſong zvrimal in den Hinterkopf; dieſer ſchrie alsbald um Hulfe mit den Worten: „Naktſchigomä will mich tödten““ Sein Bruder F. Nackchigam ſprang auf und wurde durch Gottes Vorſehung elsbald des Meſſers habhaft, welches der Angrei⸗ fende trug, ſonſt hätte derſelbe ihn wohl erſto— den, welches anch ſeine Abſicht war. In der⸗ ſiben Zeit trugen die andern Indianern alles, was die Reiſenden in ihrem Kahn hatten, hin⸗ weg und perſteckten es. Morgens früh, als die erſteren weiter wollten und S. Beneswabe diehüre an obengedachter Hütte öffnete und nach ſeinem Rock fragte, hatte ſich Naktſchigomä hinter dieſelbe verſteckt und ſtach ihn in den linken Backen nrd in die rechte Hand mit den Worten: „Ich habe ſchon lange beſchloſſen, euch zu erſtechen; ich möchte gerne euer Ehriſtusblut ſehen. Ich denke, euer Prediger hat auch dasſelbe. Ich thue „eoͤ vorſätzlich.“ Andere ſeiner Leute beſtärkten iln in ſeiner Mordſucht, und riefen: „So iſt's recht, Naktſchigomä, erſtich dieſe Kerls.“ Es iſt jedoch keiner von ihnen tödtlich verwundet wor⸗ den. Als ſie wieder nach Hauſe kamen und er⸗ ählten, was ihnen wiederfahren, verſammelten ſich bei mir Männer, Weiber und Kinder in vol⸗ ler Beſtürzung, um zu berathen, was zu thun ſei. EDieſes, liebe Freunde der Miſſion, habe ich nicht geſchrieben, daß Ihr Eure rothen Bruder kteſenders bemitleiden ſollt, (denn um das, was nan um des Namens JEſu willen leidet, iſt man nicht zu bemitleiden), ſondern darum, daß Ihr für ſe uund für uns, die wir Botſchafter Chriſti unter ihnen ſind, ernſtlich beten und zu Gott ru⸗ fen ſellt, daß uns gegeben werde, mit freudigem Aufthun des Mundes zu zeugen gegen die Werke der Finſterniß, daß des Teufels Bollwerke zer⸗ toͤrt, ſeine Anſchläge zu nichte gemacht und durch Euer gläubiges Gebet und Eure Liebe noch Viele vom Fürſten der Finſterniß gefangene Seelen be⸗ fteit und ein Lohn der Schmerzen IEſu werden moͤchten. Shiboyank, October 4. 1850. J. F. Maier. — 17—— Merkwürdige Weiſſagung Luthers von unſerer Zeit und guter Rath gegen die Ketzer. üÜber die herrliche Weiſſagung des Propheten Jeremias (23, 6.) von Chriſto: „Und dies wird ſein Name ſein, daß man ihn nennen wird: Herr (Jehovah), der un ſere Gerechtigkeit i ſt,“ ſchreibt das theure hocherleuchtete Ruͤſtzeug Gottes, Luther, n. A. Folgendes: „Es hat die hebräiſche Sprache faſt bei zehn Namen, damit ſie Gott nennt, unter welchen ih— rer viele ſind, dauiit ſie Gott von ſeinen Werken üchnt. Aber dieſer Name Jehovah, HErr, bedeutet allein Gott, wie er iſt in ſeinem göttli⸗ chen Weſen. Im andern Buch Moſis am 22, V. 29. werden die Richter Elohim, Götter, genannt, von ihres Amts wegen, darnm, daß ſie an Gottes Statt ſitzen, und ſin d Gottes Diener. Deßgeichen werden auch alle Chriſten Götter ge⸗ nennet, wie es Chriſtus aus dem 82. Pſalm B. 6. Joh. 10, 34. anzeucht, da er zu den Juden ſprach: „Stehet nicht geſchrieben in eurem Geſetz: Ich habe geſagt, ihr ſeid Götter?“ Aber dies Wort/ Jehovah, wirſt du nirgend finden einem an-— dern, denn der göttlichen Majeſtät alleine, zuge⸗ eignet. Und darum, wenn die Juden dieſen Tex hier leſen, ſo leſen ſie nicht Jehovah, ſondern Adonai. Alſo können wir Chriſten hier aus die⸗ ſem Spruch Jeremiä getroſt ſchließen, daß Chri⸗ ſtus ſolle erkaunt werden als ein wahrer und na⸗ türlicher Gott. Darum laßt uns dieſen Text hier wohl mer⸗ ken, wenn nun die Ketzer und Secten aufſtehen werden, und dieſen Artikel unſers Glaubens an⸗ fechten, daß Chriſtus nicht ein wahrer und na⸗ türlicher Gott iſt (wie denn gewiß dieſe Ketzerei noch kommen wird,) daß wir denn gerüuſt ſein, und ihnen dieſen Spruch können werden können aufbringen. Mit ſolchen gewißen, ſtarken Sprüchen muß man ſie fahen, ſouſt entwiſchen ſie uns und fah⸗ ren durchhin, wie die Fiſche durch ein Netz wi⸗ ſchen. Es iſt ein ſchlüpferig Ding um die Ketzer, man kann ſie ſchwerlich halten, und ſind leicht⸗ fertig in göttlicher Schrift zu handeln. Das ma⸗ chet alles, daß ſie ihren Gutduünkel in die Schrift tragen, und die Schrift muß ſich nach ih⸗ rem Kopf und Verſtande richten, bengen uud len⸗ ken laſſen. Derohalben ſollen wir Gottes Wort mit Furcht hören und mit Demuth drinnen han⸗ deln, und nicht mit unſerm Gutdünkel drein plumpen. Du möchteſt lieber in alle nen Duünkel, ſo ein gefährliches, ſchädliches Ding iſt es. Denn es iſt mit Gottes Wort nicht zu ſcherzen. Kannſt du es nicht verſtehen, ſo zench den Hnt vor ihm ab. Es leidet keinen Schimpf, noch keine menſchliche Deutung; ſou⸗ dern es iſt lanter Eruſt da, und will geehrt und verhalten ſein. Derohalben hüte dich beileibe, daß du nicht mit deinem Dünkel drein fälleſt. Denn koͤmmiſt du mit deinem Dünkel drein, ſo wirſt du dich verſteigen, wie unſere Rottengeiſter, und nicht wißen, ob du hinten oder vorne drinnen biſt, und wird dir ſchwerlich zu rathen ſein. Denn wenn einer in ſeinen Dünkel fällt, dem kann man nicht leichtlich wieder heraus helfen. Alſo iſt es den Juden auch widerfahren; die koͤnnten das vor die Naſen halten, dawider ſie nichts leichtlich! Sünde fallen, denn in deinen eige nicht vernehmen und können's auch noch heutiges Tages nicht vernehmen, daß Chriſtus ſoll ein na⸗ türlicher, wahrer Gott ſein. Denn ſie ſind ver⸗ ſtockt und des Teufels Gefangene, der hält ſie wohl verwahret in ſeiner Gewalt; mit hörenden Ohren hören ſie es nicht uud mit ſehenden Augen ſehen ſie es nicht, wie Eſaias C. 6, 10. von ihnen geweiſſaget hat. Alſo iſt's allen Ketzern gangen: wenn man ihnen die Wahrheit hat ſo klar und deutlich vorgelegt, daß ſie es haben greifen mö⸗ gen, dennoch haben ſie es nicht geſehen, noch ver⸗ ſtehen wollen. Alſo thun auch alle Secten und Rottengeiſter, ſo viel ihrer ſind; ſie laßen ſich nicht bereden, wenn's noch ſo klar in der Schrift ſtünde. Iſt das nicht der Teufel, daß einer das nicht höͤret noch ſiehet, das ihm vor den Augen ſtehet? Aber das iſt's, das der 109. Pſbim V. 18. ſagt: „Es iſt ihnen wie Oel durch Mark und Gebeine gan⸗ gen, und wie Waſſer in ihr Inwendiges.“ Wenn du Waſſer getrunken haſt, und iſt dir in Fleiſch und Blut verwandelt, kannſt du, ſo bringe es heraus. So auch mit dem Oel; wenn das ir⸗ gend eingefloſſen iſt, ſo kann man's nicht leicht⸗ lich herauſſer bringen. Alſo geht's auch mit der Rotterei und Ketzerei zu, mit unſerem Gutdünkel: wenn dieſe Seuche eingewurzelt, ſo reiße ſie der Teufel heraus, ich nicht. Darum ſpricht St. Paulus wohl zu Tito C. 3, 10.: „Einen abtrüm⸗ nigen Menſchen meide, wenn er einmal und aber⸗ mal vermahnet iſt, und wiße, daß ein ſolcher verkehrt iſt, und ſundiget, als der ſich ſelbſt ver⸗ urtheilet hat.“ Derohalben ſo hüte dich vor den Sesten. Es iſt bald hinein zu kommen, aber ſchwerlich wieder heraus. Glaube mir, du kannſt nicht ſo leichtlich wieder herauskomwen, als hinein. (Luther über Jer. 23,5 —8.) —— — — (Eingeſandt.) 8. Aus dem Lied der Lieder. Sieh an! Sieh an, du holde Braut, Wie groß iſt veine Schönt! Aus Waſſer hab ich diih gebaut Bei hellem Lobgetöne. Ich weiß die Stunde gar noch wohl, Da on biſt aufgewachet, Da ich, von eignem Blute voll Lebendig dich gemachet. Da ich rich wuſch, da ich dir gab Das ſchünſee Brautgeſchmeide, Da ich dich holte aus dem Grab Mit littrem Todesleide. Drum biſt du, Freundin, auch ſo ſchön,⸗ Drum gläuzen deine Augen, Und ſind ſo ſanft, und anzuſehn Gieich ats die Taubenaugen. Wo iſt der Schönheit höchſter Preis? — Das iſt, mein Freund, alleine! — Wie Cedern und Cypreſſenreis Blühn Kinder iam ſo feine! 6. Schatter. SCS Römiſche Kirche und Revolution. Daß das Pabſtthum unter andern Gräueln anch Aufruhr und Empörung gegen die von Gott eingeſetzte und in ihrer höchſten Gewalt beſtätigte weltliche Obrigkeit in ſeinem Buſen trägt, hat die Geſchichte dieſes antichriſtiſchen Reiches ſo klar bewieſen, daß es niemand im Ernſte leugnen knn. Rur die Papiſten ſelbſt ſind ſo unver⸗ ſchämt, dieſe Thatſache wegſtreiten zu nſtl Unter andern zeichnet ſich hierin der unſelige Oertel, Herausgeber der Katholiſchen Kirchenzei⸗