# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 10 27_S45 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ſigezegen würden, als wenn dieſes entfernt ron dem Schauplatze ihrer dereinſtigen Arbeit und Wirkſamkeit in Deutſchland geſchähe. Dem⸗ Eermaß geſchah es denn, daß im September 1846 pri junge Brüder in Begleitung des Hr. Paſtors Röbbelen, dermalen in Liverpool Medina Co., D. in Arbeit, nebſt Geldmitteln zur erſten Ein— richtung wohlbehalten hier anlangten, deren Na⸗ men folgende ſind: I. J. G. Wolf aus Würtemberg, dermalen Schullehrer der Gemeinde zu Fort Wayne in der Stadt. P. Kalb aus Franken, dermalen P. bei Jefferſon City, Mo. 5. C. Straſſen aus Mecklenburg, P. in Collins⸗ ville, Madiſon Co. Ills. in und ville, Madiſon Co. Ills. „M. Johanues aus Franken, P. bei Sulphur⸗ ſpring, Jefferſon Co. Mo. J. Seidel ans Franken, P. bei Marysville, Union Co. O. A. Claus aus Schleſien, P. in Neumelle, St. Charles Co. Mo. R. Lange aus Schleſien, P. in St. Char⸗ les Mo. ö H. Wunder aus Franken, P. in Centreville, St. Clair Co. Ill. A. Zagel ans Franken, Schullehrer der Ge⸗ meinde von Fort Wayne auf dem Lande. 11. J. Seitz aus Franken, ohne Anſtellung. Im November 1846 kam nun der ſelige uns al⸗ len unvergeßliche Hr. Paſtor Wolter aus dem Kinigreiche Hannover gebürtig hier an, und über⸗ nahm nach dem Wunſche des Herrn Pfr. Löhe, die Haupt⸗Lehrerſtelle, die er bis zu ſeinem ſeli⸗ Ehen Entſchlafen am 31. Auguſt 1849 verwaltete. „Eeine eben ſo große Treue als Tüchtigkeit für dieſen ſeinen Beruf war nun in der Ham Gottes das vornebmſte Mittel, daßunter der Gnade und den Segen des HErrn die eben gegründete Pflanz⸗ ſcule alsbald einen gedeihlichen Fortgang nahm und die Frucht ſeiner Arbeit mehr oder minder hun Allen ſichtbar wurde. Denn der Selige hatte richt blos eine treffliche Lehrgabe, die weſentli— chen Stücke des vorhandenen Lehrſtoffes in gu⸗ Im Zuſammenhange vorzutragen und auch den ninder Begabten auf lebendige und doch faßliche Weiſe anzueignen, ſondern eine nicht minder aus⸗ gezeichnete Erziehgabe, die eigenthümliche geiſt⸗ lice Nothdurft jedes Einzelnen der jungen Brü— der zu erkennen, und bald als ein älterer Bruder Ein Ehriſto, bald als ein geiſtlicher Vater derſel⸗ den abzubelfen. Es war ihm überhaupt von ⸗Gott gegeben, mehr oder minder überall ein leh— under Vater oder doch ein väterlicher Lehrer zu Elen, und demgemäß nicht blos den Verſtand ſei⸗ fuer Schüler mit den nöthigen Kenutnißen zu be⸗ trichern, ſondern auch auf die Begründung ihrer ſcritlichen Geſinnung, auf die Befeſtigung und Firchliche Durchbildung ihres Charakters eine durchgreifende und geſegnete Einwirkung zu Läußern. Doch iſt freilich auch nicht zu lenguen, daß die Reiſten jener Erſtlinge, einen ſeltenen Ernſt und Eifer, und eine ungemeine Strebſamkeit und ſlbſtſtändigen Bildungstrieb zeigten, und alſo der bldenden Einwirkung ihres Lehrers eine beſon⸗ dere Bildſamkeit und Empfänglichkeit darboten. Beiden nun iſt es vornämlich zuzuſchreiben, daß vir ſchon im November 1847 die jungen Freunde, J. Birkmann aus Franken, P. bei Collins⸗ — 45— Kalb, Straſſen und Birkmann, die übrigens in Deutſchland ſchon Vorbildung*) empfangen hat⸗ ten, nach St. Louis eutſenden konnten, dahin ſich an den Präſes unſerer Synode mehrere prediger⸗ loſe Gemeinden aus Miſſouri und Illinois um Verſorgung gewendet hatten. Im Sommer vorher war ſchon J. Seidel zu⸗ nächſt als Hulfsprediger des Herrn Paſtor Eruſt, damals bei Marysville Union Co. Ohio ausgetre⸗ ten und ſchon im Januar 1847 hatte J. Wolff die Schule der Fort Wayner Gemeinde in der Stadt ubernommen. Im Juli 1847 entſendeten wir R. Lange nach dem Seminar damals zu Altenburg Mo. um daſelbſt die gelehrte theologiſche Vorbil⸗ dung durchzumachen, da er ſchon gute Kenntniße der alten Sprachen mitbrachte. Im Januar 1848 verließ A. Claus das Semi⸗ nar, un den Ruf ſeiner luth. Gemeinde in Noble Co. Ja. anzunehmen. Inzwiſchen hatte der liebe Gott geſorgt, daß fandere an die Stelle der bereits Ausgetretenen ſich hier einfanden; denn es traten im Laufe des Jahres 1647 hier ein: Mich. Eirich aus Franken, doch bereits ſeit 12 Jahren im Lande, und der engliſchen Sprache mächtig, Joh. Rennicke aus Kurland im Kaiſerthum Rußland, Paulus Heid aus Franken, Dan. Stecher aus Weſtphalen, Nic. Volkert und Wolfgang Stubnatzi, beide auch aus Franken, Andreas Fritze aus Würtemberg, Casp. Ulrich, und Joh. Pinkepank beide aus Han⸗ nover, ſo daß am Ende des Jahres 1847 wieder 13 Studenten im Seminar waren. Im Laufe des Jahres 1647 war es auch geſche⸗ hen, daß die Ende April in Chicago zuſammenge⸗ tretene deutſche, ev. luth. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten die Gründer des Se⸗ minars, die Herrn P. P. Löhe und Wucherer in Baiern brüderlich anging, das Seminar und ſeine Leitung ihr zu überlaſſen u. es auch fernerhin noch frenndlich zu unterſtützen, da die Synode Abch nicht genugſame Kräfte habe, aus eigenen Mitteln das Seminar völlig zu erhalten. Hierauf lief von genannten beiden Herrn Paſto— ren eine Schenkungsurkunde vom 8 Sept. 1847 ein, darin das Seminar in beſter Form oben er⸗ wähnter Synode als alleiniges Eigenthum unter folgenden Bedingungen übergeben wurde. 1. daß es fur immer der luth. Kirche diene, und nur ihr Prediger und Hirten erziehe; daß als alleiniges Lehrmittel in dem Semi⸗ nar die deutſche Sprache angenommen ſei und unverbrüchlich bleibe; daß das Seminar bleibe, was es iſt, näm⸗ lich eine Anſtalt, die zum Zwecke hat, eine zwar möglichſt gründliche, aber auch mög⸗ lichſt ſchleunige Arsrüſtung von Predigern und Seelſorgern, für die zahlloſen verlaße— nen deutſchen Glaubensgenoßen und für neu einwandernde Gemeinden unſeres Stam⸗ mes und Bekenntnißes zu ermöglichen. Es ſoll keine theologiſche Anſtalt im gewöhnli⸗ chen deutſchen Sinne, ſondern eine Pflanzſchnle vou Predigern und Seelſorgern ſein, deren Stu⸗ dinm eine ſtrenge Vorbereitung auf das heilige Amt ſelbſt iſt. 4. daß vorkommenden Falles das Seminar auch zur Ausbildung von Miſſionaren unter 2. *) Dies gielt übrigens auch für die ſpäter genannten je⸗ tzigen P. P. Seidel und Claus, ſo wie für die Schullehrer Wolff und Zagel. den heidniſchen Eingebornen Nordameri⸗ ka's diene. Unter den bei dieſer Gelegenheit von der Sy⸗ node entworfenen Statuten des Seminars ſteht §. 8. „Nur gottſelige junge Leute, welche nicht nur die zum Predigerberufe erforderlichen natürlichen Gaben haben, ſondern die auch mit den nöthig⸗ ſten Elementarkenutnißen ausgerüſtet ſiud, und bei denen ein guter Grund in der ſeligmachenden Erkenntniß gelegt iſt, werden in die Anſtalt als Zöglinge anfgenommen.“ Im Jahre 1848 verließen das Seminar, Pau⸗ lus Heid, berufen von der luth. Gemeinde bei Wappaconetto Auglaize Co. O. — Andr. Zagel berufen als Schullehrer auf dem Lande von der Gemeinde zu Fort Wayne. Joh. Pinkepank als Schullehrer in Frankeumuth Saginaw Co. Mich. Casp. Ulrich, berufen als Schullehrer an die luth. Gemeinde zu St. Louis, Mich. Johan⸗ nes, um die luth. Gemeinde bei Sulphurſpring Jefferſon Co. Mo. als Prediger und Seelſorger zu übernehmen, Heinrich Wunder, um, da er noch ſehr jung und mit guten Kräften ausgerüſtet war, in das Seminar damals zu Altenburg ein⸗ zutreten, Andr. Fritze, zunächſt als Hülfsopredi⸗ ger des Hr. Paſtors Husmann für ſeine zwei Ge⸗ meinden in Adams Co. Ja. Dagegen kamen im Jahre 1848 aus Deutſch⸗ land in das Seminar Georg Küchle, Gottfried Eigner, Georg Volk, Erhardt Riedel aus Baiern, und Jul. Koch aus der preuß. Provinz Sachſen, ſo daß Ende 1343 das Seminar aus 12 Studen⸗ ten beſtand. Im Jahre 1849 traten in den Dienſt der Kirche: Dan. Stecher berufen von der luth. Gemeinde bei Columbia, Whitley Co. Ja. und zu Hunting⸗ ton Co. Ja., Mich. Eirich, zur Uebernahme der lnth. Gemeinde zu Cheſter, Randolph Co. Ill. Nic. Volkert zum Dienſte der luth. Gemeinde in Calumet am Winebago See Wisc., Wolfgang Stubnatzi, berufen von der luth. Gemeinde zu Coopers⸗Grove, Cook Co. Ill., Joh. Rennicke, als Paſtor einer luth. Gemeinde bei Belleville Ill. unweit St. Lonis, Joh. Seitz als Schulleh⸗ rer der luth. Gemeinde zu Chicago Ill., Inlius Koch, als Schullehrer im Kirchſpiel des Paſtors Richmann Fairfield Eo. O. Dagegen traten in das Seminar in demſelben Jahre: x RNudolph Klinkenberg aus Pommern Ferdinand Steinbach aus Sachſen Weimar Jacob Rauſchert aus Franken ö Fried. Eppling aus dem Elſaß Martin Quaſt ans Franken Otto Eisfeld aus Hannover Gotthelf Reichhardt aus preuß. Sachſen Aug. Siemon aus der Mark Brandenburg Wilh. Holls aus Heſſen-Darmſtadt Johaunes Küppel aus Franken Georg Link aus Franken Joh. Johannes ans Franken Conur. Bonnet desgleichen Paul. Beyer dgl. Wilh. Bergt aus dem Königr. Sachſen Edmund Röder aus der preuß. Lauſitz. In daſſelbe Jahr 1849 fallen denn auch 2 Be⸗ gebenheiten, davon die eine erfreulich, die andere aber herzlich betrübt für unſer Seminar war. Jene war der Ankauf des bisdaher der Wittwe