# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 09 15_S9 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) „Gottes IXMort und Luthers Lehr' dergehet nun und nimmermehr.üw& — Serausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſonri, Ohio, und anderen Staaten. Redigirt v on C. F. W. Walther. Jahrg. 7. — St. Louis, Mo., den 17. September, 1830. ö No. 2. Bedingungen: 4 Der Lutheraner erſcheint alle WetWochin einmal für den jährlichen Subſcerip⸗ tivnapreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszubezätlen und das Poſtgeld zu tragen huben. —In St. Louis wrd lebe eindeine Rr. Kur 5 Cents verlauft. *.— deren aber, w Mr. F. W. s Nur die Briefe, welche Mittbeilungen für das Blatt enthalten. ſint an den Redahtenr, alle an⸗ e Geſchäftliches, 6. T.M. Abbeſtelungen, Gelrer :c. enthalten, unter der Arrreſſe arthel, care of U Walther, St. Louis, NMO., anher zu lren. Zeugniß Johann Arndrs wider die in der reformirten Kirche von jeher im Schwange gegangen und gelehrt worden ſind. Der Leſer wird ſich erinnern, daß ein Einſen⸗ der in der 21. Nummer des vorigen Jahrgangs dieſes Blattes, unterzeichnet B., den Miſſions⸗ boten, welcher der falſchen Union zwiſchen den Lutheranern und Reformirten das Wort geredet hatte, daran erinnert hat, wie greuliche, ja, gottesläſterliche Irrthümer von der reformirten Kirche bekannt werden und welche große Sünde es daher ſei, wenn wir Lutheraner mit den Re⸗ ſormirten eine Union eingehen wollten, bevor dieſe ſich nicht von dieſen Irrthümern losgeſagt, dieſelben öffentlich verdammt und der Wahrheit Raum gegeben haben. Dieſes ſcharfe Wahr⸗ heitszeugniß hat den Herausgeber der „reformir⸗ ten Kirchenzeitung“ von Chambersburg in Penn⸗ ſylvanien, Herrn Schneck, ſo außer ſich geſetzt, daß der liebe Mann, der ſich ſonſt ſo gemäßigt zeigt, unſern Einſender einen „Böſewicht“ und alle, die deſſen Meinung noch theilen, für „un⸗ wiſſende Phantaſten und bigottiſche Sektenhäup⸗ ter“ erklürt. Da uns Herr Schneck bisher im⸗ mer als ein ehrlicher Mann erſchienen iſt, ſo können wir kaum glauben, daß ſelbiger mit ſei⸗ nem Schelten und Toben nur ſein böſes geſchla⸗ die gottesläſterlichen Irrthümer, ſelbſt von den Sütiftern derſelben genes Gewiſſen verdecken wolle, wovon jenes ſo oft ein Anzeichen iſt. Wir glauben vielmehr annehmen zu müſſen, daß Herr Schneck mit den Lehren ſeiner eigenen Kirche ſo unbekannt iſt, daß er wirklich meint, unſer lieber Correſpondent B. habe derſelben ſchreiend unrecht gethan; gaußerdem würde er wohl auch ſchwerlich ſo dreiſt ſauf Beweiſe gedrungen haben, da, wie jeder Unterrichtete weiß, der Beweis für alle von den Lutheranern der reformirten Kirche gemachten Be— ſchuldigungen ſo leicht zu führen iſt. Nun, Herr Schneck hat zum Beweiſe aufge⸗ foͤrdert; was er wünſcht, ſoll ihm werden. Da aber die Herren Reformirten immer den Kunſt⸗ griff gebraucht haben, dem von ihnen irregelei⸗ teten Bolkeweis zu machen, nur todte, zankſüch— tige, boshafte, bigotte, fanatiſche Leute bürdeten der reformirten Kirche gottesläſterliche Lehren auf, denn dergleichen habe dieſelbe nie bekannt, ſon⸗ dern ſelbſt verabſcheut, ſo wollen wir in dieſer Sache einmal einen Lutheraner reden laſſen, den gewiß auch der ärgſte Geinr des Lutherthums nicht unter jene Claſſe von Leuten rechnen wird, nehmlich den gottſeligen Johann Arndt, den bekannten Verfaſſer der ſechs Bücher „vom wahren Chriſtenthum und des ſalbungsvollen „Paradiesgärtleins“. Wir aber wollen zu den Behauptungen dieſes theuren Mannes nur die Belege aus den öffentlichen Bekenninißſchriften und aus den Schriften der berühmteſten und ge⸗d achtetſten Theologen der reformirten Kirche hin⸗ zuthun. Arndt ſchreibt nehmlich im Jahre 1614, nach⸗ dem er bereits ſein „wahres Chriſtenthum“ her⸗ ausgegeben hatte, ſieben Jahre vor ſeinem Tode, in der zweiten, ſeiner Evangelienpoſtille vorgeſetz⸗ ten Zuſchrift (aus welcher wir nur das hinweg— laſſen, was er darin gegen das Papſtthum be⸗ zeugt) alſo: „Gleichwie der Menſch von dem allmächtigen, gnädigen, barmherzigen, hochgetrenen Gott, un⸗ ſerm allerliebſten, leutſeligen, freundlichen, ewi— gen, himmliſchen Vater, ſammt Gött dem Sohn und Gott dem h. Geiſt, geſchaffen zu ſe i nem Erkenntniß, zu ſeinen Ehren, Lobund Preis; aus welchem wahren gött⸗ lichen Erkenntniß unſer höchſter Troſt, Leben und Seligkeit, als aus einer lebendigen Quelle, entſpringt, wie unſer lieber HErr und Erlöſer ſagt Joh. 17, 3: „das iſt das ewige Leben, daß ſie dich, daß du allein wahrer Gott biſt, und welchen du geſandt haſt, IEſum Chriſtum, er⸗ kennen“: alſo muß auch unſer Glaube, Lehr und Leben zu dieſem einigen Ende unt Ziel gerichtet ſein, nemlich zu Gottes wabrer Erkenntniß, Gottes Ehre, unſerm Troſt und ewiger Seligkeit. Daraus dann folget Beſſe⸗ rung des Lebens, ſein ſelbſt Erkenntniß und die Liebe des Nächſten. Denn das iſt das Ende und Ziel der ganzenh. Schrift, aus wel⸗ chem Grunde unwirertreiblich geſchloſſen wind, daß aller Glaub, Lehr und Leben, welcher zu dieſem Ziel und Endenicht. gerichtet iſt, nothwendig muß falſch —